Kategoriearchiv: Lehrgänge

Shomen Bundeslehrgang in Frankfurt

Der diesjährige Shomen-Bundeslehrgang stand unter dem Motto 飛 中貫. 飛 (hi) steht für einen schnellen, geraden und sauberen Pfeilflug = Flugkraft. 中 (chu) bedeutet Treffen bzw. Genauigkeit/Präzision. Und 貫 (kan) wird mit Durchdringen bzw. Durchschlagskraft übersetzt.

An dem intensiven Lehrgangswochenende in Frankfurt versuchten die beiden Lehrer Shige Kameo und Marco Zingsheim den Teilnehmern zu vermitteln, wie alle Energie auf den Pfeil übertragen und wie im Taihai und beim Schießen maximale Performance abgeliefert werden kann.

Zunächst zeigten die beiden Lehrenden zusammen mit der höchstgraduierten Teilnehmerin Beate ihr Können, indem sie den Lehrgang mit einem mochi mato sharei eröffneten. Anschließend durften die Teilnehmenden zeigen, wie weit sie in ihrer Kyudo-Entwicklung sind. Nach einer ersten ernüchternden Rückmeldung von Shige und Marco ging es dann, aufgeteilt in zwei Gruppen, weiter. Sehr viele individuelle Korrekturen zu Schießtechnik und Taihai standen auf dem Programm. Und sehr viel Praxis, in der die Hinweise umgesetzt werden konnten. Abgerundet wurde der erste Tag mit einem spannenden Vortrag zum Thema nobiai. Kräfte, Schwerpunkt, Balance, Zusammenarbeit aller Körperteile, Stabilität, Flexibilität, Energiesteigerung bis ins zanshin waren einige der zentralen Begriffe der Theorieeinheit. Der erste Lehrgangstag klang mit einem gemeinsamen Abendessen beim Italiener aus. Auch da war Kyudo das Hauptgesprächsthema.

Der Sonntag begann mit einem hitotsu mato sharei. Auch der zweite Tag war wieder eine bunte Mischung aus Theorie und Praxis. Fragen, die die Teilnehmenden schon vorher einreichten, wurden ausführlich beantwortet und Neuigkeiten, die beim diesjährigen shogo-Seminar vermittelt wurden, wurden an die Teilnehmenden weitergegeben. Im praktischen Teil ging es ähnlich weiter, wie am Vortag. Korrekturen wurden verfeinert oder erweitert, und es gab reichlich Möglichkeit, an seiner Entwicklung weiterzuarbeiten. Beim abschließenden hitote gyosha war bei allen Teilnehmenden eine deutliche Verbesserung zu erkennen.

Shige und Marco schafften es hervorragend, jede/n dort abzuholen, wo er/sie gerade war. Bei Teilnehmenden vom 4. Kyu bis 6. Dan Renshi war das durchaus eine Herausforderung. Dass ihnen das gelang, zeigte sich bei den durchwegs positiven Rückmeldungen bei der Feedback-Runde.

Vielen Dank an die beiden Lehrer für den unermüdlichen Einsatz. Und natürlich auch an die Mitglieder des Kyudojo Frankfurt für ihre Gastfreundschaft.

Stefan Brendel

Video-Shinsa und Makiwara-Prüfung in Erlangen

Aus Erlangen haben sich dieses Jahr vier Kandidatinnen und Kandidaten für die Video-Shinsa zum 1. und 2. Dan angemeldet. Im Rahmen zweier Sonntagstrainings wurden die Videos aufgezeichnet. Der zweite Termin wurde dann auch noch genutzt, um Kyu-Prüfungen vor dem Makiwara abzunehmen. Neben zwei Startern aus dem eigenen Verein beehrten uns fünf Gäste aus Schweitenkirchen und München-Ost. Die Kyu-Prüflinge haben alle bestanden. Herzlichen Glückwunsch. Auf die Ergebnisse der Video-Shinsa werden wir noch etwas warten müssen. Das Filmmaterial wird erst einmal deutschlandweit gesammelt und dann nach Japan übermittelt. Dort werden die Aufnahmen gesichtet. Frühestens Ende des Jahres werden wir dann erfahren, ob es neue Dan-Graduierungen gibt.

Stefan Brendel

Schulübergreifendes Sommerseminar in Neuburg

Ende August fand in Neuburg an der Donau das schulübergreifende Sommerseminar statt. Als Lehrer der Heki Ryu Insai Ha war wie im vergangenen Jahr Sven Zimmermann (Renshi 6. Dan) im Einsatz. Den Shomen-Teil übernahm erstmalig Gérald Zimmermann (Kyoshi 6. Dan) aus der 
Schweiz. Die beiden haben nicht nur den gleich Nachnamen. Beide haben eine sehr erfrischende Art, die Freude am Kyudo zu vermitteln. Eine breite Mischung aus fundiertem Wissen, tiefen Erfahrungen, der notwendigen Ernsthaftigkeit aber auch einer ordentlichen Portion Humor 
mit Lachen und Augenzwinkern zeichnet die Lehrer aus. „Nicht so oberlehrerhaft wie bei anderen Lehrgängen.“ merkte ein Teilnehmer in der Mittagspause an.

Jeder der drei Lehrgangstage wurde mit einer Zeremonie eröffnet. Den Beginn machte Gérald mit einem Yawatashi der ANFK. Unterstützt wurde er hierbei von Stefan und Ingrid als 1. und 2. Kaizoe. Am zweiten Tag zeigte Sven eine Zeremonie der Heki Ryu Insai Ha. Der letzte Tag begann 
mit einer Demonstration eines Mochimato Sharei, gezeigt von den Kyudo-ältesten Teilnehmern. Diese Form wurde am Vortag von allen intensiv geübt. Während die etwas Jüngeren von Sven erst einmal eine ausführlichen Einweisung in diese Zeremonie erhielten, übten die Höhergraduierten den Ablauf mehrfach. Immer wieder gab es hilfreiche Hinweise: Nutzung des Raums, Kuraidori, Umgang mit dem Kimono, Harmonie in der Gruppe, Atmung, Präsenz, Körperhaltung, Blickführung, 
Koordination Rissha und Zasha, Synchronisierung Hadanugi und Tasuki Sabaki, … Da war für jeden was dabei. Für den einen waren es Neuigkeiten, für den anderen Erinnerungen an bereits Gelerntes.

Am Samstag hielt Gérald einen spannenden Vortrag zum Thema Tsumeai. Die Präsentation enthielt auch einige Bilder von erfahrenen Schützen. Hierbei wurden jeweils 2 Bilder übereinandergelegt. Eine Aufnahme zeigte die Person im Nobiai kurz vor dem Hanare, die andere Aufnahme wurde im 
Zanshin des selben Schusses gemacht. Interessant war hier die Dynamik des linken Arms im Abschuss zu sehen.

In weiteren kleinen Theorie-Einheiten wurde auf Fragen der Teilnehmenden eingegangen. Auch hier wurde ein bunter Blumenstrauß an Kyudo-Themen angesprochen: Knochenlinie, Yugaeri, Atmung, Hara, Nobiai, …

Und auch die Schießpraxis kam an dem langen Kyudo-Wochenende nicht zu kurz. Aufgeteilt in zwei Shajo wurde viel geschossen, wobei es jeweils am ersten Mato von den Lehrern individuelles Feedback zur Schießtechnik gab, teilweise sogar mit Video-Unterstützung. Da bekam der ein oder 
andere auch noch einige Hausaufgaben mit auf den Weg.

Leider ging der Lehrgang viel zu schnell zu Ende. In der angenehmen Atmosphäre hätten wir gerne noch weiter trainiert. Wir hoffen, dass es im kommenden Jahr eine Fortsetzung gibt.

Nochmals herzlichen Dank an Gérald und Sven für Euer Engagement. Und natürlich auch an das Team aus Neuburg, die mit Dojo und Verpflegung für angenehme Rahmenbedingungen sorgten.

Stefan Brendel

Schulübergreifender Bundeslehrgang in Ingolstadt

Inzwischen ist es schon zur kleinen Tradition geworden, dass Connie Brandl-Hoff und Shige Kameo gemeinsam eine Bundesveranstaltung leiten. Anfang Juli war es mal wieder soweit. Schwerpunkt des schulübergreifenden Lehrgangs, der vom Donau-Dojo in Ingolstadt ausgerichtet wurde, lag bei Individualkorrekturen für Schießtechnik und Taihai.

Als Eröffnung wurde von den beiden Lehrenden ein Mochi Mato Sharei demonstriert. Beim anschließenden Hitote zeigten die zwanzig Teilnehmenden, die aus Ingolstadt, Erlangen, München, Pöcking, Neuburg, Aachen, Köln und Waldniel kamen, ihren aktuellen Entwicklungsstand. In einer kleinen Theorie-Einheit, die als offene Austauschrunde konzipiert war, wurde erst einmal auf ein paar grundlegende Themen eingegangen. Die Toriyumi-Position wurde erläutert und die Grundprinzipien Seikitai, Dozukuri, Ikiai und Mezukai/Metsuke wurden wiederholt.

Zusammenfassend motivierte Shige, bei Taihai und dem Schießablauf mehr auf die Adjektive „groß“, „stark“ und „tief“ zu achten.

Der restliche Tag wurde dann intensiv geübt. Alles im ANKF-Taihai und es gab bei nahezu jedem Schuss Rückmeldung zur Schießtechnik. Parallel dazu konnte auf vier weiteren Mato an der Umsetzung der Korrekturen gearbeitet werden. Alles in Allem ein sehr intensives und effizientes Training.

Zum Glück stellten die Mitglieder des Donau-Dojo ein umfangreiches, sehr vielseitiges und leckeres Buffet zur Verfügung, so dass man sich in den Pausen gut stärken konnte.

Zum Abschluss des ersten Tages gab es dann noch eine Fragen&Antworten-Runde, bei der es auch nochmal viele neue Erkenntnisse gab.

Beim gemeinsamen Abendessen klang der Tag aus. Mit Pizza, Pasta oder anderen italienischen Köstlichkeiten wurden die Energiespeicher wieder gefüllt und es wurde ein reger Austausch über Kyudo und andere bewegende Themen gepflegt.

Der zweite Tag wurde wieder von beiden Lehrern eröffnet, die noch einmal eindrucksvoll zeigten, welche Präsenz ein Schütze und welche Harmonie eine Gruppe im Taihai ausstrahlen kann.

Obwohl danach der Fokus mehr auf individuelle Korrekturen gelegt wurde, durften alle Teilnehmer noch einmal im Taihai zeigen, was sie vom Vortag mitgenommen hatten. Dies wurde gleichzeitig in zwei Gruppen praktiziert und jeder Schütze wurde dabei von einem der Lehrer betreut und korrigiert. Im Anschluss wurde frei geschossen und die Teilnehmer konnten sich entscheiden, ob sie jeweils am Mato 1 noch weitere Korrekturen haben wollten oder an den übrigen Mato versuchen wollten, die bereits bekommenen Hinweise umzusetzen.

Im Theorieteil des zweiten Tages wurden die übrigen Prinzipien des Schießens (Koshi, Zanshin, Ma, Shizen no Dosa) in der Gruppe besprochen, wobei wieder verschiedene Teilnehmer und die Lehrer ihre persönlichen Aspekte und Interpretation darlegten. Dadurch wurde deutlich, in welcher Vielfalt und Breite diese von Bedeutung sein können und sollten.

Aber nicht nur die Lehrer hatten etwas Theorie mitgebracht. Es gab auch die Möglichkeit in der großen Runde mitgebrachte Fragen zu stellen.

Ein kleines Highlight war, dass Kameo Sensei selbst immer mal wieder unkommentiert ein paar Pfeile vor dem Makiwara schoss. Es geht nichts über ein gutes Bewegungsvorbild. Hier demonstrierte er die zuvor mündliche gemachten theoretischen Erläuterung für alle gut sichtbar in der Praxis.

Herzlichen Dank an Connie und Shige für den unermüdlichen Einsatz, die vielen individuellen Hilfestellungen und die Bereitschaft, Wissen und Erfahrung zu teilen. Schade, dass nicht mehr Personen teilgenommen haben, um von den Inhalten des Lehrgangs zu profitieren.

Ein großes Dankeschön geht an die Mitglieder des Donau-Dojos, die nicht nur mit einer köstliche Verpflegung für angenehme Rahmenbedingungen sorgten.

Text: Mario Richter, Stefan Brendel
Bilder: Stefan Brendel

Prüfungslehrgang in Neuburg an der Donau

Der Landeslehrgang mit Prüfung bis einschließlich 1. Kyu in Neuburg an der Donau erfreut sich großer Beliebtheit, auch weit über die bayerischen Landesgrenzen hinaus. Aufgrund der großen Nachfrage wurden 33 Teilnehmer zugelassen. Neben den bayerischen Vereinen Neuburg, Erlangen, Schweitenkirchen und München-Ost konnten wir auch Gruppen aus Freiburg und Stuttgart sowie Schützen aus Heidelberg, Karlsruhe, Frankfurt, Hamburg und Berlin begrüßen. Während sich bei dem Lehrgang in Erlangen vor 4 Monaten sehr viele Makiwara-Schützen anmeldeten, waren es dieses Mal nur 5 Anwärter für 5. und 4. Kyu. Der Schwerpunkt lag klar bei den Mato-Schützen. Alleine für die Prüfung zum 1. Kyu gab es 12 Anmeldungen. Um vor Ort Zeit für das Schreiben und Auswerten der schriftlichen Prüfung zu sparen, wurden die Fragen, wie bei den Dan-Prüfungen, vorher per Mail verteilt und die Antworten ein paar Tage vor dem Lehrgang bei den Prüfern eingereicht.

Als Lehrer und Prüfer waren wieder Ingrid Haußner (Neuburg), Lilo Reinhardt (München-Ost) und Marcus Kleint (Freiburg) im Einsatz. Dieses Team arbeitet bereits seit einigen Jahren erfolgreich zusammen. Lilo und Ingrid leiten schon seit über 20 Jahren gemeinsam diesen Lehrgang.

Als Eröffnungszeremonie zeigten die Lehrer ein Hitotsu Mato Sharei. Dann durften die Teilnehmer zeigen, was sie können. Anschließend wurden viele Aspekte des Kihontai wiederholt und geübt und auch der eine oder andere individuelle Hinweis zur Verbesserung der Schießtechnik wurde gegeben. Dabei ging es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch um die Freude am Schießen. In der letzten Runde schossen dann alle mit Kiai. Mit dieser positiven Energie wurde der praktische Teil des ersten Trainingstags erfolgreich abgerundet.

Nach dem gemeinsamen Abendessen gab es noch einen kurzen Zwischenstopp bei der Eisdiele. Dann versteckten sich einige Dojo-Schläfer in ihren Schlafsäcken, während andere die milden Temperaturen nutzen, um das Hofgartenfest in Neuburg zu besuchen.

Der Sonntag startete mit etwas Gymnastik, bevor nochmal auf das Thema Shitsu eingegangen wurde. Nach vier frei geschossenen Pfeilen begannen die Kyu-Prüfungen. Während die Teilnehmer Mittagspause hatten, setzten sich die Prüfer zusammen, um die Prüfungsergebnisse zu diskutieren. Nachdem auch die Prüfer sich etwas am Buffet stärkten, kam es zur „Urteilsverkündung“: 28 neue Kyu-Grade durften in die Pässe eingetragen werden. Die neuen 1. Kyu durften sich sogar über eine originelle Glückwunschkarte freuen. Im Anschluss wurde fleißig weitergeübt, mit weiteren Rückmeldungen von den Trainern. Zum Abschluss gab es nochmals eine Runde Taihai für alle.

Ohne einen engagierten Ausrichter wären solche Veranstaltungen nicht möglich. Deshalb ein dickes Dankeschön an Ingrid, Max und Markus von Judoclub Neuburg.

Und selbstverständlich auch vielen Dank an Lilo, Ingrid und Marcus, die mit viel Einsatz und jahrzehntelanger Erfahrung die Teilnehmer auf ihrem Weg des Bogens ein Stück begleiteten.

Stefan Brendel

Dan-Urkunden überreicht

Im August 2025 fanden in Magglingen/Schweiz Dan-Prüfungen statt (siehe https://www.kyuvb.de/2025/09/ikyf-seminare-und-dan-pruefungen-in-maggingen/). Drei Kyudoka aus Bayern hatten dort ihre Prüfung bestanden. Nun sind aus Japan die entsprechenden Urkunden bei uns angekommen. Im Rahmen der bayerischen Meisterschaften wurden diese überreicht. Nochmal herzlichen Glückwunsch an:

  • Florentin Hofmeister (1. Dan)
  • Norbert Vokal (1. Dan)
  • Uwe Wunder (3. Dan)

Stefan Brendel

Shogo-Seminar in Frankfurt

Vom 14.-16. April 2026 hat das Shogo-Seminar in Frankfurt stattgefunden. Vier hochgraduierte japanische Senseis (Fr. Akemi Satake, Hanshi 8. Dan, Shosen Sato, Hanshi 8. Dan, Fr. Kimiko Ito, Kyoshi 8. Dan und Masunari Osumi, Kyoshi 8. Dan), begleitet von Meister Hiroshi Okazaki, Hanshi 9. Dan, haben das Seminar mit 27 europäischen Kyudo-Ka vom Renshi 5. Dan bis Kyoshi 7. Dan geleitet.

Am ersten Tag haben alle Teilnehmer im Shinsa-Maai ihr aktuelles Können gezeigt. Das Niveau war sehr hoch. Jedoch hat uns Okazaki-Sensei ein paar wichtige Anmerkungen und Hinweise gegeben. Seine Kernaussagen waren in etwa: Schießt nicht Mato-orientiert, sondern achtet auf euren Körper, besonders auf das Tatesen und Yokosen, und versucht im Abschuss dem Energiefluss des Körpers zu folgen. D.h. der Energie-Fluss des Körpers ist nicht geradlinig, sondern meandert. Somit versucht, den Energie-Fluss im Hanare nicht zu „schieben“, sondern weiterfließen zu lassen… Eine Aufgabe, die uns alle betrifft.

Am zweiten Tag haben wir Mochi-Mato und Hitotsu-Mato-Sharei geübt. Eine wichtige Aussage für uns Frauen war, dass man Tasukisabaki grundsätzlich vor dem Dojo bindet und nicht innerhalb. Dies gilt vor allem für Frauen, die in Rissha schießen. Eine Ausnahme ist das Yawatashi, bei dem das Tasukisabaki im Sharei integriert ist.

Hierzu gab es noch die Information, dass beim Rissha-Yawatashi die Ärmel sowohl an der Honza, wie auch an der Shai hochgebunden werden können. Der Standard ist allerdings an der Honza.

Am dritten Tag gab es technische Korrekturen und die Möglichkeit diese im freien Schießen umzusetzen.

Die Lehrer waren alle sehr zugewandt, freundlich und hatten Humor! Schön, dass ich sie erleben durfte.

Zusammenfassend war es für mich ein sehr schönes und erfolgreiches Seminar, bei dem ich wieder viel gelernt habe und mich mit den anderen europäischen Kyudo-Ka austauschen konnte.

Ein großes Dankeschön möchte ich den Organisatoren und HelferInnen sagen, die eine hervorragende Arbeit geleistet haben.

Lilo Reinhardt

Gruppenbild der Shogo-Seminar-Teilnehmer

Dan-Prüfungen in Frankfurt

Dieses Jahr wurden in Europa wieder Dan-Prüfungen angeboten, allerdings ohne Seminar und aufgeteilt auf drei Standorte.

Los ging es mit Prüfungen zum 3. und 4. Dan. Diese fanden gleichzeitig in Wien (Österreich) und Noisiel (Frankreich) statt. Eine Woche später ging es dann in Frankfurt/Main weiter. Zwei Tage lange wurde nochmal San Dan und Yon Dan Shinsa angeboten. Am dritten Tag gab es dann Prüfungen zum 5. und 6. Dan und Renshi. Über 400 Teilnehmer aus 18 Nationen machten sich hierfür auf den Weg nach Frankfurt in die Sportschule des Landessportbundes Hessen.

Schon über ein Jahr liefen die Vorbereitungen in einem mehrköpfigen Orga-Team. Örtlichkeiten und Rahmenbedingungen wurden festgelegt, die Finanzierung geklärt, Materialien wie Azuchi, Mato und Trennwände besorgt und deren Transport und Aufbau koordiniert. Helfer wurden gesucht und eine detaillierte Aufgabenbeschreibung erstellt, inklusive individueller Einweisung vor Ort. Alles in enger Absprache mit der ANKF. Sowohl im Vorfeld als auch vor Ort liefen alle Fäden hauptsächlich bei Nadine Emmer sowie bei Chihiro Tanaka zusammen. Auch Michael Surke und Caro und Dirk Schaupp waren in Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung tragende Säulen.

Eröffnet wurde der erste Prüfungstag mit einem Yawatashi. Als Ite war Osumi Masanari (Kyoshi Hachidan) im Einsatz, unterstützt von Charles-Louis Oriou (Kyoshi Rokudan) und Frederic Demangeon (Kyoshi Rokudan).

Anfangs lief es im Prüfungsablauf an der ein oder anderen Stelle noch etwas holprig. Durch hervorragende Kommunikation unter den Helfern und Weitergabe der Erfahrungen an die Helfer des nächsten Tages lief es von Runde zu Runde besser. Entsprechend positiv war auch die Rückmeldung der Teilnehmer und Prüfer. Am Ende des ersten Prüfungstags kam eine der Prüferinnen auf die Helfer zu und meinte: „You are wonderful“.

Bei den Prüfungen zum 3. und 4. Dan setzte sich das Prüfergremium aus 2 Prüfern aus Japan und 3 Prüfern aus Europa zusammen. Die japanische Delegation bestand aus Okazaki Hiroshi (Hanshi Kyudan), Satake Akemi (Hanshi Hachidan), Sato Shosen (Hanshi Hachidan), Ito Kimiko (Kyoshi Hachidan) und Osumi Masanari (Koshi Hachidan).

Europa war vertreten durch Ray Dolphin (Kyoshi Nanadan), Laurence Oriou (Kyoshi Rokudan), Charles-Louis Oriou (Kyoshi Rokudan), Gerald Zimmermann (Kyoshi Rokudan), Feliks Hoff (Kyoshi Rokudan), Claude Luzet (Kyoshi Rokudan), Shigeyasu Kameo (Kyoshi Rokudan), Diethard Leopold (Kyoshi Rokudan) und Frederic Demangeon (Kyoshi Rokudan).

Für die Statistiker hier noch ein paar Infos zu den Teilnehmerzahlen und der Bestehensquote:

 WienNoisielFrankfurt
 TeilnehmerbestandenQuoteTeilnehmerbestandenQuoteTeilnehmerbestandenQuote
3. Dan542546,3%1662414,5%1562616,7%
4. Dan21523,8%7967,6%991212,1%
5. Dan      8878,0%
6. Dan      3538,6%
Renshi      3825,3%

 In Bayern gibt es folgende neuen Graduierungen:

  • Thomas Kerscher, Ingolstadt, 4. Dan
  • Jan Jansen, TSV München-Ost, 3. Dan
  • Jesko Buchs, Isar-Dojo München, 3. Dan

Außerhalb Bayerns haben 27 weitere Mitglieder von Vereinen in Deutschland ihre Prüfung bestanden. Besonders erwähnenswert sind hier Hiyo Shinohara, die die Renshi-Prüfung bestanden hat. Und Beate Dorst-Lehmann, die erst kürzlich den Renshi in Japan gemacht hat, hat in Frankfurt auch gleich noch den 6. Dan oben drauf gesetzt.

Herzlichen Glückwunsch!

Herzlichen Dank an die Prüfer, für die durchgehend hohe Aufmerksamkeit und an das Orga-Team und die unzähligen Helfer, die unermüdlich für einen reibungslosen Ablauf inkl. Auf- und Abbau sorgten.

Stefan Brendel

Nationalkadertraining – Regionalkader Süd in Pöcking

Zum kalendarischen Frühlingsanfang traf sich die Regionalgruppe Süd des DKyuB-Kaders zum gemeinsamen Training. Da an diesem Wochenende sowohl in Baden-Württemberg als auch in Hessen die Landesmeisterschaften stattfanden, war die Zahl der teilnehmenden Kader-Mitglieder recht überschaubar. Somit hatten ein paar Gäste die Möglichkeit, an dem Training teilzunehmen.

Der Lehrgang fand in Pöcking am Starnberger See statt. Das dortige Dojo bot optimale Trainingsmöglichkeiten für die kleine Gruppe. Als Lehrerin war Ingrid Haußner im Einsatz. Sie bediente sich großzügig am Methoden-Buffet. So gab es eine Theorie-Einheit zu Torikake und Hanare mit Schaubildern und anschließender Partnerübung. Es gab kleine Mannschafts- und Einzelwettkämpfe in Kyogi-maai und Shinsa-maai. Auch stand die Video-Analyse wieder auf dem Programm. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln wurden die Kadermitglieder gefilmt. Anschließend wurden die Aufnahmen gemeinsam analysiert und jedes Kadermitglied erhielt individuelle Hinweise zu Schießtechnik und Taihai. Zum Anschluss gab es noch einen Enkin-Wettkampf auf das Neujahrs-Mato des gastgebenden Vereins.

Am Samstag und auch am Sonntag früh war es draußen noch recht kühl. So zeigte das Thermometer zum Trainingsbeginn am Sonntag im Dojo eine Temperatur von 7°C an. Im Laufe des Vormittags setzte sich jedoch die Sonne durch und bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel wärmte sich das Dojo auf angenehme Umgebungsbedingungen auf.

In den Pausen wurden die Teilnehmenden im beheizten Teeraum mit allerlei Leckereien versorgt. Vielen Dank an die Mitglieder des Kurenai-Dojo im SC Pöcking-Possenhofen e.V. für die Gastfreundschaft. Wir kommen gerne wieder.

Dank geht natürlich auch an Ingrid, die mit viel Erfahrung und Geduld jedem Teilnehmer wieder ein Stück weiter half.

Stefan Brendel

Danprüfungsvorbereitungslehrgang in Ingolstadt

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.

Mitte April finden in Frankfurt/Main Prüfungen zum 3. bis 6. Dan und Renshi statt. Daran werden ca. 200 Schützinnen und Schützen aus Deutschland teilnehmen. Für eine optimale Vorbereitung gibt es derzeit viele Seminare. So fand vergangenes Wochenende ein Bundeslehrgang im oberbayerischen Ingolstadt statt. Aufgrund des großen Interesses war ein paar Tage, nachdem die Ausschreibung verteilt wurde, die maximale Teilnehmerzahl bereits erreicht. So wurde nach Rücksprache mit den Lehrern Ingrid Haußner und Marco Zingsheim die Teilnehmerzahl auf 30 erhöht und der Beginn des Lehrgangs am Samstag um eine Stunde vorverlegt.

Das Teilnehmerfeld war breit gefächert. Von Anwärtern zum 3. Dan, die ihre bisherigen Prüfungen im Rahmen der Video-Shinsa gemacht haben, bis hin zu Kandidaten für den Renshi.

Die Praxis stand an diesem Wochenende klar im Vordergrund. So wurden nahezu ausschließlich im Taihai geübt. Kontinuierlich gab es Rückmeldung von Ingrid und Marco zu Kihontai. Und auch individuelle Korrekturen zur Schießtechnik kamen nicht zur kurz. Während die Renshi-Anwärter mochi mato sharei übten, setzten sich die anderen Teilnehmer mit Shitsu auseinander. Über die zwei Tage war bei allen Teilnehmern eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen. Die Bewegungen im Taihai wurden sicherer und harmonischer und die Qualität der Schüsse näherte sich den geforderten Prüfungskriterien. Dank der motivierenden Unterstützung durch Ingrid und Marco haben alle Teilnehmer von dem Wochenende sehr profitiert. Es ist klar, dass es innerhalb von 5 Wochen nicht möglich ist, die erhaltenen Korrekturen komplett umzusetzen. Jedoch wurde klar aufgezeigt, an welchen Schwerpunkten bis dahin noch zu arbeiten ist. Final wünschten die Lehrer viel Erfolg bei der Prüfung. Augenzwinkernd 
ergänzte Horst vom ausrichtenden Verein, dass bei Nichtbestehen der Prüfung, die Teilnahmegebühr für das Seminar nicht erstattet wird.

Herzlichen Dank an Ingrid und Marco für das kontinuierliche Engagement. Und ein dickes Dankeschön geht auch an die Helfer vom Donau-Dojo Ingolstadt, die für angenehme Rahmenbedingungen und ein abwechslungsreiches Buffet sorgten.

Text: Stefan Brendel
Bilder: Stefan Brendel, Ingrid Haußner