Archiv der Kategorie: Lehrgänge

Miteinander…..

Nach längerer Pause hat am 29.-30. September erfreulicherweise wieder einmal ein „Kyudo-Bundeslehrgang Frauen“ stattgefunden. Dafür konnten zwei hochkarätige Lehrerinnen gewonnen werden, Connie Brandl-Hoff (Heki) vom Hamburger Alster-Dojo und Lilo Reinhardt (Shomen) von der Abteilung Kyudo im TSV München-Ost.

Connie, 5. DAN Renshi, B-Trainerin, außerdem Vize-Präsidentin und Ausbildungsverantwortliche des DKyuB und Lilo, 6. DAN Renshi, B-Trainerin und Landestrainerin Bayern haben eine schier unermessliche Erfahrung in Kyudo und Kyudo-Ausbildung, sodass die Aufzählung alles dessen, was die beiden geleistet haben, den Rahmen dieses Berichts sprengen würde.

Am Samstag trafen sich 25 Frauen aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands. Manche waren zum Teil bereits schon auf einem der sechs früheren Frauenseminare, andere kamen aus Neugier oder hatten Fragen, die ihnen bisher niemand beantworten konnte. Die Gruppe war bunt gemischt vom 6. Kyu bis zum 4. DAN, was für den Ablauf eines Seminars durchaus eine Herausforderung sein kann. Unsere Lehrerinnen haben die Gruppen jedoch nur einmal getrennt, als es um Tasukisabaki ging, ansonsten waren wir immer zusammen und nicht nur die „Kleinen“ konnten von den „Großen“ lernen, sondern auch umgekehrt. Die Atmosphäre des Seminars war von Gemeinsamkeit, gegenseitigem Respekt, aber auch viel Vergnügen geprägt.

Die Themen waren „Ökonomische Kraftverteilung beim Schießen“, „Schießen im Kniestand“, „Tasukisabaki“, „Ästhetik und Schönheit im Kyudo“, „Schießen mit Kiai“ und „Kleidung“, daneben konnten die Teilnehmerinnen im Vorfeld weitere ihnen wichtige Themen benennen.

In einer ersten Gesprächsrunde wurde ausführlich über die Muneate gesprochen, aber auch über diverse Obi-Knoten, Sicherheitsaspekte (Schmuck, lange Haare) und kalte Füße in Tabi. Dank der Anwesenheit von drei Japanerinnen konnten wir auch einen Blick unter den japanischen Kimono wagen und erfuhren allerlei Interessantes, was in Japan an Kleidung verfügbar ist, um sowohl die Kälte als auch die Hitze zu ertragen und stets trotzdem in einwandfreiem Kimono zu erscheinen, im Gegensatz zu uns Deutschen, die schon auch einmal sichtbar frieren oder schwitzen.

Mit dem Schießen im Taihai und dem freien Schießen mit persönlicher Korrektur kam schließlich auch die technische Seite nicht zu kurz. Am Abend konnten wir noch einen Vortrag über die historische Entwicklung von Frauen im Kyudo von Connie hören. So lernten wir, eingebettet in die historische Rolle der Frau in Japan, Charaktere wie Gozen Tomoe kennen und erfuhren dass in 1925 die ersten Schülerinnen mit Kyudo begannen, was wenig überraschend mit Argwohn betrachtet wurde. Wie so oft im (Frauen-)leben haben diese Pionierinnen den Weg geebnet, von starker Ablehnung und Argwohn, über Unterstützung und Förderung einiger weniger Lehrer und schließlich bis zum alltäglichen (meist) nicht mehr erschreckenden Anblick. So konnten wir auch einiges über bekannte japanische Lehrerinnen und deren teilweise schwierigen Stand in der Kyudo-Welt erfahren. An dieser Stelle sei stellvertretend Urakami-Sensei erwähnt, die in hohem Alter dieses Jahr verstorben ist.

Der Seminar-Sonntag begann mit Gebrüll und unfertig angezogenen Kyudoka. Letzteres, um sich gegenseitig die Obi-Knoten zu zeigen und neue von einer japanischen Kyudoka erklärt zu bekommen.

Dann gab es in Vorbereitung auf das Schießen mit Kiai lautstarke Übungen. In vielen Dojos wird (hörbarer) Kiai nicht praktiziert und wo er praktiziert wird, sind es oft gerade die Frauen, die damit ein Problem haben. Nun wurden wir also aufgefordert laut brüllend aufeinander zuzugehen, was nach einer Schrecksekunde allen richtig Spaß machte. Dementsprechend lief das Schießen mit Kiai anschießend sehr erfolgreich und einige haben nun selbst durch ihren lauten Kiai erfahren können, wie weit einen der so besser gespürte Körperzusammenschluss bringen kann.

Abgeschlossen wurde unser Seminar mit einem Vortrag von Lilo über die Schönheit im Kyudo. Hierbei ging es nicht nur um die Pflege des Materials und der Kleidung, sondern auch um die Schönheit im Gesamtkonzept Kyudo. Dabei hat sie uns Mut gemacht, uns selbst zu akzeptieren wie wir sind, um so zu einem anderen Selbstverständnis und daraus folgend zu einem kraftvolleren und selbstbewussteren Schießstil zu finden.

Ich kann hier nicht für alle Teilnehmerinnen sprechen, aber ich habe um mich herum nur positives über dieses Seminar hören können. Dieser Meinung schließe ich mich unbedingt an und hoffe für mich und alle, dass der „Kyudo-Bundeslehrgang Frauen“ wieder ein regelmäßiges Angebot werden wird. Vielen Dank noch einmal an Connie und Lilo, die wir dabei natürlich wieder als Lehrerinnen erhoffen.

Susanne Huber (Abt. Kyudo, TSV München-Ost)

Sommerseminar Rottweil 2018 – und was nachwirkt

Bisher fand ich noch keine Zeit, dem Wunsch nachzukommen, als Teilnehmer etwas zu meinen Eindrücken vom Sommerseminar in Rottweil mit Herrn Matsuo-sensei, Sven Zimmermann und Manfred Speidel zusammenzufassen. Mit vier Wochen Abstand kann ich nun – und das ist auch ein grundlegender Gedanke – darüber nachdenken, was ist „hängen geblieben“?

Einmal sicher der Eindruck eines sehr gut organisierten Seminars (Informationen, Tagesplanung, Dojoübernachtung und Versorgung), wodurch ich mich als Teilnehmer ganz auf mein Kyudo konzentrieren konnte. Dafür nochmal einen herzlichen Dank an Bernhard Weller und seine MitstreiterInnen des Rottweiler Dojos.

Dann – was ist bei mir als Kyudoka „hängen geblieben“?

Zuerst einmal das intensive Üben in einer konzentrierten und gesammelten Atmosphäre, die durch den Sensei und Sven Zimmermann erzeugt werden konnte. Ihre Korrekturen orientierten sich über den Seminarverlauf an einem für jede(n) Kyudoka – nach individuellen Vorschießen – festgelegten, klar umgrenzten Schwerpunkt und blieben auch über den gesamten Seminarverlauf im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit (das Bild vermittelt einen Eindruck des konzentrieren Arbeitens). Die Sorgfalt (Manfred Speidel wählte diesen Begriff in seiner Übersetzung einer Lehreinheit von Matsou-sensei und von diesem als die „gewissenhafte und sehr genaue Ausführung einer Aufgabe“ verstanden) war immer wieder in den Korrekturen der Übungsleiter selbst präsent: Nichts Nebensächliches oder Unnötiges wurde angemerkt, sondern die besprochene Aufgabe immer wieder fokussiert und so die Motivation für jede(n) Schützin/Schützen geschaffen, „dran zu bleiben“ und sich immer weiter anzustrengen das beabsichtigte Ziel zu erreichen. Dieses Bemühen um „Sorgfalt“ und gemeinsamer „Resonanz“ (Rosa, 2018) wirkt auch heute noch bei mir nach und beeinflusst mein Schiessen im heimatlichen Dojo.

Ein Inhalt der theoretischen Lehreinheit von Matsuo-sensei wirkt ebenso dauerhaft nach: Das Potenzial, das in der Arbeit mit „Vorstellungsbildern“ – von Manfred Speidel als „Imagetraining“ übersetzt – liegt. Sowohl technische Inhalte des eigenen Schießens bzw. des individuellen Bewegungsablaufes, als auch die seelische Verfassung während der gesamten Hassetsuabfolge können so in einem hoch individuellen „Vorstellungsbild“ integriert und dadurch verankert werden. Und somit ein Üben und Weiterentwickeln der eigenen Kyudofertigkeiten durch bewusste kognitive Simulation des gesamten Bewegungsablaufes – ohne dessen praktische Ausführung – möglich machen (vgl. hierzu auch Eberspächer, 2004).

Abschließend noch ein drittes „Nachwirken“: Ich habe es als wertvoll und bereichernd empfunden, gemeinsam mit einem Übungsleiter meines Heimatdojos am Seminar teilzunehmen – somit kann ich die Umsetzung der von Matsou-sensei und Sven Zimmermann gegebenen Korrekturen immer wieder im Kyodoalltag hinterfragen und möchte alle Kyudoka nur anregen, Seminare gemeinsam zu erleben, Erfahrungen zu teilen und diese somit im gegenseitigen Austausch möglichst lange nachwirken zu lassen.

Andreas Frenzel (Kyudo Erlangen e.V.)

Literatur:

Eberspächer H. Mentales Training: Das Handbuch für Trainer und Sportler. München 2012: Copress

Rosa H, Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. Berlin 2018: Suhrkamp

Prüfungslehrgang in Neuburg

Der alljährliche Neuburger Prüfungslehrgang unter der Leitung von Lilo Reinhardt fand dieses Jahr aus organisatorischen Gründen nicht im Juni statt, sondern am ersten Septemberwochenende. Trotz des etwas ungünstigen Termin fanden sich doch wieder zahlreiche Teilnehmer ein.

Nach einem Yawatashi der Lehrer Lilo Reinhardt und Ingrid Haussner durften alle Schützen ihr Können zeigen. Mit Begeisterung stellten die Lehrer fest, daß das Niveau der angetretenen Teilnehmer auf einer guten Basis für die Prüfung lag.

Nach einem intensiven Trainingssamstag ging es dann am Sonntagmorgen nach einem Einschießen in die Prüfung. Leider lief es für einen Schützen nicht so optimal, aber der Rest überzeugte mit einer zum Teil sehr guten Leistung und konnte mit einer neuen Graduierung nach Hause fahren.

Herzlichen Dank an die 3 Lehrer Lilo Reinhard, Irene Neumaier und Ingrid Haußner für einen sehr harmonischen und familiären Lehrgang.

Herzlichen Dank auch an das bewährte Neuburger Helferteam. Sie sorgten sowohl für das leibliche Wohl als auch für Unterstützung im Dojo.

Bericht und Fotos: Ingrid Haußner

IKyuF-Seminare und Prüfungen in Tokyo

Rund um die Weltmeisterschaft fanden zwei Seminare mit Dan-Prüfung statt. Den Start machte das B-Seminar, zu dem alle Kyudoka bis einschließlich 3. Dan kommen durften. Der Einladung folgten ca. 700 Personen aus der ganzen Welt (Japaner wurden zu den Seminaren nicht zugelassen). Aufgrund der immensen Teilnehmerzahl wurde das Seminar parallel in drei unterschiedlichen Dojos durchgeführt. Die europäischen und japanischen Lehrer versuchten ihr Möglichstes, um allen Teilnehmern eine Korrektur mit auf den Weg zu geben.

Nach drei Tagen Seminar standen dann die Prüfungen auf dem Programm. Anders als normal üblich, wurden die Prüfungsergebnisse jedoch nicht am selben Tag bekannt gegeben. Statt dessen wurde angekündigt, dass die Resultate auf der IKyF-Homepage veröffentlicht werden. Nach drei langen Wochen des Wartens wurden dann endlich die Ergebnislisten verteilt.

Nach der WM startete dann das A-Seminar, zu dem alle Kyudoka ab 4. Dan antreten durften. Die knapp 170 Teilnehmer wurden von Okazaki Hiroshi, Akiyama Terumi, Usami Yoshimitsu und Kubota Kiyshi (alle Hanshi Hachidan) unterrichtet. Ein Schwerpunkt des Seminars war die Materialkunde. So war am ersten Tag ein Handschuhmacher anwesend, der einige Arbeitsschritte der Herstellung eines Kake demonstrierte. Am nächsten Tag zeigte ein Bogenbauer, wie ein Bambusbogen verleimt und in Form gebracht wird. Abschließend wurde uns noch gezeigt, wie aus einem Bambusschaft ein Pfeil gefertigt wird.

Beim Taihai-Training wurde dieses Jahr das Hitotsu-Mato Sharei intensiv geübt. Korrekturen zur Schießtechnik gab es hauptsächlich in der Gruppenarbeit. Hier arbeiteten vier Teilnehmer zusammen, indem sie sich gegenseitig aus unterschiedlichen Blickwinkeln beobachteten und Rückmeldung zu vorgegebenen Themenschwerpunkten gaben.
Anders als beim B-Seminar wurde das Shinsa-Ergebnis gleich im Anschluss an die Prüfung bekannt gegeben. Drei der 76 Anwärter für den 5. Dan haben bestanden (Niederlande, UK, Australien). Von den 16 Anwärtern zum 6. Dan haben zwei Franzosen die neue Graduierung erhalten. Zum Renshi traten 39 Schützen an, von denen es vier in die zweite Runde schafften. Ein Schweizer bekam letztendlich die neue Graduierung.

Aus bayerischer Sicht gibt es leider keine Erfolge zu berichten. Von den nur drei Startern aus Bayern, die zum 4. bzw. 5. Dan antraten, hat am Prüfungstag keiner die geforderte Leistung gezeigt. Es war wieder eine unvergessliche Erfahrung, an dem Seminar teilzunehmen. Drei Tage mit anderen Kyudo-Begeisterten aus der ganzen Welt trainieren, Freunde treffen, mit denen man schon den 1. Dan gemeinsam gemacht hat, neue Kontakte knüpfen. Das Ganze in Japan, dem „Country of Kyudo“ noch dazu im Chuo Dojo der ANKF ganz in der Nähe des Meiji Jingu Schreins. Einfach unbeschreiblich.

Stefan Brendel

Bundeslehrgang Individualkorrekturen

„Seishin Seisha – von der (langfristigen) Korrekturabsicht über die Änderung der Einstellung / der Bewegungsbilder (Images) zur aktiven und selbstgesteuerten Umsetzung der Korrektur – bis hin zur Durchbrechung alter Bewegungsmuster“. So wurde das Lehrgangsthema in der Ausschreibung angekündigt. Ca. 15 Besucher und ein paar Personen aus dem gastgebenden
Verein kamen nach Göttingen, um zu erfahren, was sich hinter diesem Titel verbirgt.

Nachdem jeder Teilnehmer einen kleinen Fragebogen zu seinen aktuellen Trainingsschwerpunkten ausfüllte, wurden zwei Pfeile im ANKF-Taihai vorgeschossen. Im Anschluss ging es an die Individualkorrekturen. Aufgeteilt in zwei Gruppen kümmerten sich die beiden Trainer Feliks Hoff und Sorin Jurma sorgfältig um jeden einzelnen Schützen. Teilweise deckten sich die Korrekturen mit den auf dem Fragebogen notierten Aufgaben. Bei dem ein oder anderen Teilnehmer setzten die Trainer jedoch andere Schwerpunkte. An den erhaltenen Hinweisen konnte sofort gearbeitet werden. Und immer wieder gab es Rückmeldung von den Trainern.

Nach zwei Tagen intensiven Trainings und unzähligen Rückmeldungen ging ein jeder mit einigen Aufgaben und Ideen nach Hause.

Vielen Dank an Feliks und Sorin für die Umsetzung des neuen Lehrgangskonzepts. Eine Fortsetzung ist für Ende Oktober in Erlangen geplant.

Stefan Brendel

 

Bilder: Stefan Brendel / Peter Knipper

Prüfungslehrgang in Erlangen

Zum Prüfungslehrgang nach Erlangen,
sind zwanzig Kyudoka gegangen.
Sie kamen her aus nah und fern,
denn Bogenschießen tun sie gern.

Andreas, Christiane und Barbara
waren als Lehrer und Prüfer da.
Geübt wurden Technik und Taihai,
und Shitsu war auch mit dabei.

In einem Vortrag wurde gelehrt,
was ist richtig und was verkehrt.
Von Ashibumi bis Zanshin
macht Kyudo nur dann einen Sinn,
wenn man die Standards alle kennt
die man „Shaho Hassetsu“ nennt.
Drei und fünf Kreuze sind sehr wichtig,
nur so wird das Schießen richtig.

Am Sonntag Mittag passierte es dann,
die Kyu-Prüfung stand auf dem Programm.
In drei 4-er-Tachi ging es an die Shai,
zwei Makiwara-Schützen waren auch dabei.
Die nächsten beiden Schüsse zeigten dann,
was ein jeder alles kann.
Auch wenn nicht alle Pfeile das Mato fanden,
haben doch alle Teilnehmer bestanden.

Alles Gute zum neuen Kyu!
Der Lehrgang verging wie im Nu.
Zum Schluss möchten wir hier aus Franken
den Lehren besonders herzlich danken.
Auch den Helfern aus Erlangen,
ohne die wäre nichts gegangen.
Auf dem Weg des Bogens weitergehen,
wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

Stefan Brendel

Bundeslehrgang Shaho Shagi no Kihon

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr gab es Anfang Februar eine Fortsetzung des Lehrgangs mit dem Lehrer-Duo Gérald Zimmermann (Schweiz) und Shigeyasu Kameo (beide Kyoshi, 6. Dan). Die Nachfrage war so groß, dass trotz Erhöhung der Teilnehmerzahl nicht
alle Interessenten mitmachen konnten.

Der Schwerpunkt des ersten Tages, der durch ein Yawatashi von Gérald eröffnet wurde, lag auf dem Taihai. Direkt nach dem Hitote der Teilnehmer bekam jedes Tachi Rückmeldung von den beiden Lehrern. Hierbei gab es sowohl Hinweise zur Gruppendynamik als auch zur individuellen Schießtechnik.

In einem Vortrag wurde intensiv auf das Lehrgangsthema „shaho shagi no kihon“ eingegangen. So wurde von Gérald anschaulich erläutert, wie die fünf Grundprinzipien (yumi no teiko ryoku,  kihon taikei, ikiai, mezukai und kokoro/ki) bei den Hassetsu anzuwenden sind. Shige ergänzte um den Zusammenhang zwischen Bogen, Körper, Zeit, Raum und Geist/Herz.

Am zweiten Lehrgangstag stand hauptsächlich shagi kenshu auf dem Programm. Hierbei gab es von beiden Lehrern nochmals persönliche Hinweise zur Schießtechnik. Die Harmonie zwischen den beiden Lehrern wurde auch bei ihren Demonstrationen erlebbar. So zeigten sie ein beeindruckendes Mochi-Mato Sharei sowie ein hervorragendes Hitotsu Mato Sharei.

Vielen Dank für den vielfältigen Lehrgang und die aufschlussreichen Informationen. Es ist immer wieder bereichernd, wenn erfahrene Lehrer ihr Wissen teilen. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung der Lehrgangsreihe mit dem Lehrer-Gespann Gérald und Shige. Das Orga-Team des Kyudojo Frankfurt hat wieder für optimale Rahmenbedingungen gesorgt. Herzlichen Dank!

Stefan Brendel

Bundeslehrgang Sharei in Düsseldorf

Bereits zum 4. Mal lud der DKyuB zu einem Bundes-Lehrgang mit dem Trainer-Duo Connie Brandl-Hoff und Shigeasu Kameo ein. Aus ganz Deutschland (von Aachen bis Berlin, von München bis Hamburg und aus vielen Vereinen dazwischen) machten sich Schützen auf den Weg nach Düsseldorf.

Da der Lehrgang am 11.11. stattfand, durften sich die Teilnehmer auch alle verkleiden. Wer hatte, zog seinen Kimono an.  Das passte auch ganz gut zum Lehrgangsthema „Sharei“.

Doch bevor der erste Pfeil geschossen wurde, kontrollierten die Trainer das Material (Bogen, Pfeile und Handschuh) und die Kleidung der Teilnehmer. Shige wies darauf hin, dass das Erlernen der korrekten Schiesstechnik ein langwieriger Prozess ist. Das Material in einen optimalen Zustand zu bringen, ist jedoch wesentlich einfacher und sollte somit auch von jedem getan und regelmäßig überprüft werden.

Eröffnet wurde der Lehrgang mit einem Heki Taihai von Connie, anschließend zeigten die Teilnehmer im ANKF-Taihai ihr Können. Obwohl der Lehrgang ursprünglich für Schützen ab 3. Dan ausgeschrieben war, nahmen Kyudoka vom 1. bis zum 5. Dan teil. Um den Erwartungen der erfahrenen Schützen gerecht zu werden, beschränkte sich in einigen
Lehrgangsphasen die Aufgabe der jüngeren Teilnehmer auf Midori Geiko.

Trotz der hohen Teilnehmerzahl schafften es Connie und Shige durch Parallelisierung, geschickte Aufgabenverteilung und Einbeziehung erfahrener Schützen allen Teilnehmern  ihrem Entwicklungsstand entsprechende Hinweise mit auf den Weg zu geben. Dabei dienten die beiden beim Vorführen von Hitotsu Mato Sharei und eines Yawatashi als hervorragendes Bewegungsvorbild.

Fragen, die im Vorfeld an Connie und Shige gesendet werden konnten, wurden geschickt während des praktischen Unterrichts beantwortet. In der abschließenden Feedback-Runde konnte die Begeisterung für Sharei, die in diesem Lehrgang entfacht wurde, regelrecht gespürt werden. Rufe nach einer Fortsetzung wurden laut. Es war motivierend mit Leuten zu
trainieren, die von einem Kyudo-Lehrgang anderes erwarten als „mehr links“.

Ein riesiges Dankeschön an Connie und Shige für die ausgezeichnete Vorbereitung und Durchführung des Lehrgangs. Herzlichen Dank auch an die Helfer des Düsseldojo.

Stefan Brendel

Landeslehrgang Erlangen

Während draußen der Herbststurm „Herwart“ die letzten Blätter von den Bäumen wehte, versammelten sich im Erlanger Dojo Kyudo-Schützen zum Landeslehrgang. Unter der Leitung unserer Landestrainer Kathrin Häpp und Peter Wankerl lag am Samstag der Trainingsschwerpunkt auf dem Kihontai. Mit kreativen Methoden wurden den Teilnehmern die Grundhaltungen vermittelt. In umfangreichen praktischen Übungen wurden die einzelnen Bewegungs-Bausteine des Taihai vermittelt und verbessert.

Am zweiten Lehrgangtag ging es um die Schießtechnik. In einem Theorie-Teil wurde das Nobiai erläutert. Vor allem wurde auf die Richtung der Kräfte im vollen Auszug eingegangen. Das neu Gelernte konnte gleich in der Praxis ausprobiert werden. Beim Schießen gab es
dann je nach Leistungsstand individuelle Korrekturen. Abgerundet wurde der Lehrgang durch eine offene Fragenrunde.

Auch wenn die Zielgruppe die jüngeren Schützen waren, konnten auch erfahrene Kyudoka von dem Lehrgang profitieren, da sie an Details erinnert wurden, die etwas in Vergessenheit geraten waren.

Ein herzliches Dankeschön an Kathrin und Peter, die uns hier an ihrem Wissen und ihrer Erfahrung teilhaben ließen. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung des Lehrgangs. Dank auch an den Erlanger Verein für die Ausrichtung der Veranstaltung und die leckere Verpflegung.

Stefan Brendel

Trainer Fortbildung Gruppe Süd mit Feliks Hoff und Cornelia Brandl-Hoff

Die Trainerfortbildungsveranstaltung am Wochenende 14./15.10 in Stuttgart stand ganz unter dem Thema Taihai , speziell dem ANKF-Taihai.

Feliks und Conny referierten und moderierten ein umfangreiches Upgrade und Update zu dem Themenkomplex. Neben Vorträgen zur geschichtlichen Entwicklung des Taihais sowie dem Einfluß der Ogasawara-Schule auf die Etikette bis in die Jetztzeit des japanischen Alltags wurden wesentliche Inhalte des Taihai, Auswirkungen auf das Schießen, Fehlermöglichkeiten und Korrekturansätze, Shitsu, Kaizoe-Rolle sowie grundlegende Bewegungsformen für Steher und Knieform und ihre Auswirkung auf die Gruppendynamik eines Tachi dargelegt und in der Gruppe erarbeitet. Die Teilnehmer konnten dabei nicht nur von dem umfangreichem Wissen der Kursleiter profitieren sondern auch von sehr instruktiven Übungen hierzu, die neue erfrischende Ideen und didaktische Übungsansätze für den Unterricht eröffneten.

Ein herzliches Dankeschön für diese sehr gelungene Veranstaltung an Feliks, Conny und das Team vom Dojo Stuttgart!

Wolfgang Strobel