Archiv der Kategorie: Bundeslehrgänge

Sommer Gasshuku in Stuttgart

Eines der diesjährigen Sommer Gasshuku fand vom 19.8 bis zum 21.8 im Kyudo-Dojo Stuttgart statt.

Die japanischen Lehrer waren Sekine Sensei und Matsuo Sensei. Für den DKyuB war Sven Zimmermann vor Ort. Die Übersetzung erledigten souverän Manfred Speidel und Yasuko Kozaki.

Alleine schon die Atmosphäre eines traditionellen Dojos fördert die Konzentration auf den Schießvorgang ungemein. Die ständige Präsenz der hochkarätigen Lehrer und das geforderte Schießpensum taten ihr übriges. Selbst vor Seminarbeginn erwarteten die Lehrer bereits ein freies Training.

Nach dem Einschießen folgten das Vorschießen und die anschließenden individuellen Korrekturen. Hier wurde sowohl die Technik als auch das Zielbild überprüft. Währenddessen wurde kontinuierlich weitergeschossen.

Auch beim regulären Schießbetrieb gingen die Lehrer immer wieder durch die Reihen und gaben wertvolle Hinweise.

Zur Mittagspause tischte das Stuttgarter Dojo allerlei Leckereien auf. Die Theorie kam ebenfalls nicht zu kurz. In einer Fragestunde wurden Teilnehmerfragen im Vorfeld von Manfred Speidel übersetzt und von den Lehrern umfassend beantwortet.

Weitere Themen waren TAINOWARIKOMI und Materialkunde über Pfeile. In den wenigen Pausen und vor Seminarbeginn wurden neben Bögen auch Handschuhe korrigiert.

Zum Abschluss des Seminars erfolgte ein nochmaliges Vorschießen. Alles in allem sehr anstrengende und lehrreiche Tage in einer angenehmen Atmosphäre.

Dies war für mich der erste Lehrgang dieser Art. Vielen Dank für die herzliche Aufnahme in Stuttgart und für das gelungene Seminar.

Oliver Pamperin

Bundeslehrgang Rokka in Hamburg

Bereits zum dritten Mal leiteten Connie Brandl-Hoff und Shigeasu Kameo gemeinsam einen schulübergreifenden Bundeslehrgang. Während das Interesse an den ersten beiden Seminaren in Frankfurt sehr hoch war, war die Teilnehmerzahl für die Fortsetzung in Hamburg doch eher bescheiden. So wurden neben der eigentlichen Zielgruppe (Trainer und Dan-Träger) auch Kyu-Träger zugelassen.

Die Rokka (sechs Fächer) standen auf dem Programm. Der umfangreiche Inhalt wurde von Shige in mehreren Vorträgen, die über die beiden Tage verteilt wurden, vermittelt. Praktische Übungen in Kleingruppen, einigen Runden Taihai und Vorschießen durch die Trainer rundeten das Wochenende ab.

Vielen Dank an die Hamburger Gastfreundschaft und die Lehrer für Vorbereitung und Durchführung des Lehrgangs.

Stefan Brendel

Prüferfortbildung in Göttingen

Mit knapp 40 Teilnehmern war der Prüferfortbildungslehrgang, der vergangenes Wochenende in Göttingen stattfand, sehr gut besucht. Der letzte Lehrgang dieser Art ist ausgefallen. Zudem hatte der DKyuB angekündigt, die Prüferfortbildung nur noch alle zwei Jahre durchzuführen. Um ihre Lizenz am Leben zu erhalten, waren somit die meisten Prüfer mehr oder weniger gezwungen, die Veranstaltung zu besuchen. Auch nutzen viele Trainer-C der letzten Ausbildungsgruppe die Gelegenheit, um einen weiteren Schritt ihrer Kyudo-Laufbahn anzugehen.

Das Teilnehmerfeld war also bunt gemischt: von sehr erfahrenen Prüfern, die das Konstrukt des deutschen Kyu-Prüfungssystem erfunden haben, bis hin zu Jung-Trainern, die seit ihrer eigenen Kyu-Prüfung mit dem Thema nichts mehr zu tun hatten.

Zum Einstieg in das Thema ging Feliks unter anderem auf die aktualisierten Prüfungskriterien der ANKF ein. Auch stellte er ein neu von ihm erarbeitetes Papier vor: „Übergreifende Kriterien für die einzelnen Kyu-Grade“. In der ersten Übung wurden Videos von unterschiedlichen Schützen gezeigt. Aufgabe der Teilnehmer war es nun, die Schützen einzustufen. Während bei einigen Schützen Einigkeit bzgl. der Graduierung herrschte, lag die gewählte Einstufung bei anderen Schützen drastisch auseinander. Wie unterschiedlich die Beurteilung ist, zeigte sich auch im 2. Video. Hier sollte entschieden werden, welchen der 10 gezeigten Schützen der 3. Kyu verliehen werden dürfte. Selbst erfahrene Prüfer lagen hier mit ihrem Urteil deutlich auseinander.

Am zweiten Tag ging es dann mehr um den Rahmen der Prüfung. So musste das Dojo für eine Prüfung vorbereitet werden. Auch hier zeigte sich, dass Themen, die in manchen Vereinen Standard sind, bei anderen Prüfern keine Rolle spielen.

Abgerundet wurde das Wochenende mit einer realen Prüfung. Fünf Schützen stellten sich einem spontan zusammengestellten fünfköpfigen Prüfergremium. Vielen Dank an den Göttinger Verein für die Ausrichtung des Lehrgangs und die leckere Verpflegung. Insbesondere die Heißgetränke taten gut, da man in der ca. 17°C kalten Halle schnell auskühlte.

Stefan Brendel

Bundeslehrgang in Frankfurt

Ausgeschrieben war der erste Bundeslehrgang des Jahres mit dem Titel „Technik und Kihontai zum korrekten und erfolgreichen Schießen“. Für dieses spannende schulübergreifende Thema konnten Gérald Zimmermann aus der Schweiz und Shigeyasu Kameo als Lehrer gewonnen werden.

Nach der Eröffnung durch ein Yawatashi, das Gérald durchführte, zeigten
alle Teilnehmer ihr aktuelles Können. In einem ausführlichen Theorie-Teil wurde das Kihontai erläutert und die Beziehung zu den Kyudo-Prinzipien dargestellt. Anhand zahlreicher Beispiele und mit kleinen Übungen wurde vor allem auf die Hintergründe
und Zusammenhänge eingegangen. Hierbei spielten sich Gérald und Shige ständig die Bälle zu, so dass die Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wurden und ein ganzheitliches Bild entstehen konnte. Auch auf Fragen der Teilnehmer, die teilweise schon vor dem Lehrgang bei Shige abgegeben wurden, sind die Lehrer gründlich eingegangen.

Der zweite Lehrgangstag wurde mit einem Yawatashi von Shige begonnen. Bei den nun folgenden Schießübungen ging es darum, die am Vortag gelernten Prinzipien in die Praxis umzusetzen. Hierbei gab es immer wieder Impulse und auch die ein oder andere persönliche Korrektur durch die Lehrer.

Bei der abschließenden Schießrunde der Teilnehmer waren deutliche Verbesserungen im Taihai und im Fluss der Hassetsu erkennbar. Die Harmonie zwischen den beiden Lehrern wurde auch beim Hitotsu Mato Sharei, mit dem der Lehrgang abgerundet wurde, deutlich sichtbar. Die Rückmeldungen in der Feedbackrunde waren durchgehend positiv. Wir
freuen uns auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im kommenden Jahr.

Vielen Dank an Gérald und Shige für ihr Engagement und die Frankfurter Gruppe für die hervorragende Gastfreundschaft.

Stefan Brendel

Sommer-Gasshuku in Rottweil

Die diesjährigen Sommer-Gasshukus fanden in Düsseldorf und Rottweil statt. Die beiden offenen Seminare waren sehr gut besucht. Zum „European Leader Seminar“, hauptsächlich geleitet von Kurosu Sensei, kamen ca. 20 Kyudoka nach Düsseldorf. Abgeschlossen wurde die Reihe in Deutschland mit einem Lehrgang für Kader-Schützen und Trainer in Rottweil. Hier unterrichtete Sekine Sensei, geleitet wurde das Seminar von Sven Zimmermann. Nach dem Einschließen bekamen alle Teilnehmer individuelle Korrekturen von Sekine Sensei. Während des dreitägigen Seminars hatte dann jeder die Möglichkeit, intensiv an seiner Aufgabenstellung zu arbeiten, sodass bei der finalen Beurteilung bei jedem Schützen Fortschritte erkennbar waren.
Bei einem kleinen Wettkampf konnten die Kader-Mitglieder ihr Können zeigen, während einige Trainer in die Rolle des Coaches schlüpfen durften, um den Schützen nach der ersten Runde Tipps für den Rest des Wettkampfes zu geben. Hierbei unterstützte Sekine Sensei die Trainer.
Zwischendurch begutachtete Sekine Sensei zahlreiche Handschuhe und baute
einige Sehnengruben um. Viele der Gruben waren zu tief, wodurch ein
fließender Abschuss nicht möglich war. Abgerundet wurde das Seminar durch Vorträge über die Grundregeln des Treffens  sowie die Rolle des Trainers. In der abschließenden Runde
wurden noch einige Fragen zu Material und Schießtechnik beantwortet.
Herzlichen Dank an Manfred Speidel, der wieder unermüdlich dabei half, die deutsch-japanische Sprachbarriere zu überwinden. Und ein ganz dickes Lob an die Rottweiler Gastfreundschaft. Hier möchte ich beispielhaft nur Irenes Frühstückservice und Bernhards Matcha-Mandel-Kekse und Himbeer-Käse-Kuchen erwähnen.

Stefan Brendel

Bundeslehrgang mit Connie und Shige in Frankfurt

Zu einem Bundeslehrgang der etwas anderen Art lunden Cornelia Brand-Hoff und Shigeyasu Kameo nach Frankfurt ein. Der Titel „Eigene Gewohnheiten in Taihai und Technik des Kyudo durchbrechen“ war für so viele Schützen interessant, dass trotz Erhöhung der maximalen Teilnehmerzahl auf 30 Personen nicht alle Interessenten aufgenommen werden konnten.

Dem Thema wurde sich aus unterschiedlichen Richtungen genähert. So hielt Shige einen Vortrag über Gewohnheiten, wie Entwicklungsgrenzen entstehen und wie man diese in seiner „Kyudo-Pubertät“ durchbrechen kann. Im praktischen Teil wurde auf Weichbodenmatten stehend geschossen, Teile des Taihais mit geschlossenen Augen ausgeführt oder ein kompletter Schuss ohne Bogen und Pfeil rein pantomimisch durchlaufen. Die Arbeit in Kleingruppen sowie die Unterstützung der beiden Lehrer halfen dabei, Gewohnheiten aufzuspüren und zu richtig zu stellen.

In entspannter Atmosphäre wurden von den beiden immer wieder neue Schwerpunkt gesetzt und auch zahlreiche persönliche Korrekturen gegeben. Das Wochenende wurde mit einem Hitotsu-Mato von Connie und Shige abgerundet.

In der Abschlussrunde äußerten sich alle Teilnehmer äußerst positiv über dieses Lehrgangskonzept und freuen sich auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr.

Ein herzliches Dankeschön auch an die Frankfurter, die den Lehrgang organisierten und wieder bestens für das leibliche Wohl sorgten.

Stefan Brendel

Frühjahrs-Gasshuku mit Mori Sensei

Zum diesjährigen Frühjahrs-Gasshuku reiste Mori-Sensei nach Deutschland. Für das erste Seminar kamen über 30 Schützen (hauptsächlich Trainer) in die Sportschule des hessischen Landessportbundes nach Frankfurt/Main. Jeder Teilnehmer erhielt individuelle Korrekturen, an denen er in den drei Tagen intensiv arbeiten konnte.  Es gab aber auch viel Raum für die
Beantwortung kyudospezifischer Fragen. So wurde beispielsweise das Thema Fuseru und Hineri ausführlich erläutert.

Da Mori Sensei feststellte, dass bei einigen Handschuhen die Sehnengrube zu tief sei, gab es am ersten Abend noch einen Workshop mit Fritz Eicher. Hierbei erklärte und demonstrierte Fritz, wie man die Tiefe der Tsurumakura anpassen kann.

Während des gesamten Lehrgangs stand Manfred Speidel als Dolmetscher zur Verfügung. Herzlichen Dank für Dein Engagement. Am Ende des Seminars erzählte dann Connie Brandl-Hoff noch eine Geschichte von einem jungen Deutschen, der vor ziemlich genau 50 Jahren nach Japan ging und dort mit Kyudo begann. Die Rede ist von Manfred Speidel, der somit der „dienstälteste“ Kyudoka außerhalb Japans ist. Das Jubiläum wurde mit einem Fläschchen Rotwein gewürdigt.

Vielen Dank auch an die Organisatoren und Helfer vom Kyudojo Frankfurt.

Stefan Brendel

Shomen Bundeslehrgang in München

In München fand am 5./6. September ein Shomen-Bundeslehrgang statt. Thema des Wochenendes waren Taihai und Sharei. In kleineren Vorträgen sowie Gruppenübungen wurden den Teilnehmern unter der Leitung von Lilo Reinhardt und Shige Kameo unterschiedliche Zeremonien näher gebracht. Während am ersten Tag der Schwerpunkt noch auf den Grundpositionen und -Bewegungen lag, wurden am zweiten Tag
Hitosu Mato und Mochi Mato Sharei geübt.

Stefan Brendel

Trainerseminar mit Sekine Sensei

In Rottweil fand vom 13. bis 15. August das Trainer-Sommerseminar statt. Sekine Sensei stellte hierfür ein buntes Programm zusammen.

Im Theorieteil setzten wir uns mit gosha rokka (fünf Schießarten, sechs Fächer) auseinander, die wir anschließend in der Praxis ausprobierten. So schossen wir beispielsweise in unterschiedlichen Knieständen und sammelten erste Erfahrung im sashiya mae (viele Pfeile schießen). Mit der Hilfe von Sekine Sensei beurteilten wir die Form von Bögen und er zeigte uns, wie man die Form durch erhitzen und biegen, aber auch durch
schaben/hobeln beeinflussen kann. Sekine Sensei bearbeitete auch einige Sehnengruben.

Natürlich bekamen die Teilnehmer auch individuelle Korrekturen für ihre Schießtechnik. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl hatten wir genügend Zeit, um an unseren Korrekturen zu arbeiten.

Herzlichen Dank an Manfred Speidel, der (unterstützt durch Ursula Kroyer) uns dabei half, die japanisch-deutsche Sprachbarriere zu überwinden. Und die Kuchen waren mindestens so gut wie die Organisation. Danke liebe Rottweiler.

Stefan Brendel

Bundeslehrgang in Frankfurt

Vergangenes Wochenende luden Connie Brandl-Hoff und Shige Kameo zu einer  spannenden Kyudo-Reise ein. Schon das Thema des Bundeslehrgangs ließ erahnen, dass es eine ganz besondere Exkursion wird: „Auseinandersetzung mit der eigenen Vorbildfunktion und Haltung im Kyudo“ sowie „Harmonie und Qualität im Gruppenschießen“.

Schon während des Yawatashi war zu erkennen, dass Connie und Shige ein sehr gutes Team sind. Die Einheit der beiden übertrug sich auf die Teilnehmer, was zu einem harmonischen und konzentrierten Lernklima führte. In Vorträgen mit aussagekräftigem Bild- und Videomaterial vertieften wir unser Wissen (Kyudo Rokka), erfuhren vieles über den Lernprozess (Shin Gyo So) und bekamen Einblicke in die Kriterien für Schießqualität und
-niveau (Shahin Shakaku). In Kleingruppen tauschten wir uns über Fragestellungen der Kyudo Rokka aus und stellten die Ergebnisse anschließen den anderen Teilnehmern vor.
Aber auch praktische Übungen und individuelle Korrekturen an Technik und Taihai kamen nicht zu kurz.

Den Teilnehmern wurde klar, wie vielschichtig Kyudo ist und welche Möglichkeiten es gibt, sich hier kontinuierlich weiterzuentwickeln. Wir hoffen auf eine baldige Fortsetzung der Reise.