Autorenarchiv: geschaeftsstelle

Regionalkadertraining Süd in Erlangen

Gerade mal zwei Wochen nach dem Gesamtkader-Training in Bonn stand ein Regionalkader-Seminar auf der Agenda. Neben 10 Kadermitgliedern nahmen auch einige Schützen aus dem Verein in Erlangen teil. Die Trainerin Ingrid Haußner hatte sich wieder ein vielfältiges Programm überlegt. Begonnen wurde mit eine Abfrage, welche Korrektur die Kadermitglieder in Bonn erhalten haben bzw. an welchem Thema gerade gearbeitet wird. Es wurde nochmal auf die saiten seido Kriterien der Stilbewertung bei der Europameisterschaft eingegangen, bevor den restlichen Tag sehr intensiv trainiert wurde. Wettkampftraining mit Zeitlimit, Video-Analyse und individuelle Korrekturen waren einige der Programmpunkte. Der Tag wurde mit einem kleinen Zielspiel abgerundet. Passend zur Jahreszeit wurden in einen Kürbis die Ringe eines Mato geschnitzt und dieser von innen beleuchtet. Das Hallenlicht wurde ausgeknipst. Nur beim Einnocken gab es etwas Unterstützung durch eine kleine Taschenlampe. Ansonsten gab es fast nur das Licht vom Kürbis. Nachdem jeder geschossen hatte, verriet die Hallenbeleuchtung, wie gut man sich im Dunkeln orientieren konnte. Max erzielte einen klaren Treffer und Erik schaffte einen Streifschuss.

Fürs gemeinsame Abendessen ging es dann zum Italiener. Dort konnte man sich auf dem Tablet dann auch die aufgenommenen Videos ansehen.

Aufgrund des Endes der Sommerzeit konnten wir eine Stunde länger schlafen und dann ausgeruht in den zweiten Tag starten. Das Programm des Vortages wurde fortgeführt. Wettkampf-Taihai, persönliche Rückmeldungen und intensives Arbeiten an den eigenen Herausforderungen. Zum Abschluss gab es nochmal ein kleines Zielspiel. Auch hier wurde das Thema des Vortages aufgegriffen. Wir schossen auf kleine Kürbisse, Gespenster und Fledermäuse aus Pappe.

Liebe Ingrid, vielen Dank für das intensive Wochenende und dass Du auch Zeit hattest, mal einen Blick auf die Erlanger Schützen zu werfen. Denen gilt auch ein ganz besonderer Dank, denn sie haben für ein reich gefülltes Buffet und den reibungslosen Auf- und Abbau gesorgt.

Stefan Brendel

KyuVB Mitgliederversammlung 2026

KyuVB Mitgliederversammlung 2026

Mitte Oktober fand die ordentliche Mitgliederversammlung des Kyudo Verband Bayern e.V. statt. Hierzu sind die Vereinsvertreter der bayerischen Vereine bzw. Abteilungen ebenso eingeladen, wie alle aktuellen Amtsträger. Interessenten, die sich so eine Veranstaltung mal anschauen wollen, sind ebenfalls herzlich willkommen.

Treffpunkt war wie in den vergangenen Jahren wieder das Vereinsheim des Judo Club Neuburg. Ingrid sorgte wieder für Speis und Trank. Vielen Dank dafür.

Der Tagesordnungspunkt, der immer relativ viel Zeit in Anspruch nimmt, sind die Berichte aus den Vereinen. Jeder Vertreter gibt einen Einblick in die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Da wird von Anfängerkursen, Vereinswettkämpfen, Auseinandersetzungen mit dem Hauptverein, Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit und gemeinsamen Unternehmungen außerhalb des Trainings berichtet. Es ist durchaus interessant, mal über den Dojo-Rand zu schauen, und sich vielleicht sogar die eine oder andere Inspiration für die eigene Gruppe zu holen.

Dieses Jahr standen dann auch wieder Wahlen auf der Tagesordnung. Als Präsident wurde Stefan Brendel wiedergewählt. Nach vier Jahren als Vizepräsident stand Horst Riechers nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung. Als sein Nachfolger wurde Stephan Weller aus Erlangen gewählt, der seit 15 Jahren die KyuVB-Geschäftsstelle leitet, und somit schon tiefe Einblicke in das Geschäft des KyuVB hat. Einen Teil seiner Aufgaben, wie z.B. die Pflege der Homepages, wird Stephan weiterhin betreuen. Andere Tätigkeiten wird er an Fabian Schmitt aus Erlangen abtreten. Für eine letzte Amtszeit stellte sich Hans Philipp noch einmal als Schatzmeister zur Verfügung. Lilo Reinhardt wird ihre Tätigkeit als Landestrainerin fortsetzen. Auch die Kassenprüfer Kristin Schäfer und Achim Hassler dürfen zwei weitere Jahre ihr Amt ausführen. Alle Kandidatinnen und Kandidaten wurden einstimmig gewählt. Vielen Dank für Eure Bereitschaft, Verantwortung für Kyudo in Bayern zu übernehmen. Ich freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit.

Anschließend wurden die Themen, die bei der DKyuB Mitgliederversammlung in zwei Wochen diskutiert und beschlossen werden, gemeinsam besprochen. Stefan wird dort die Meinung des KyuVB vertreten.

Zum Schluss wurden noch Termine für 2027 vereinbart, bevor sich alle wieder auf den Heimweg machten.

Shomen Bundeslehrgang in Frankfurt

Der diesjährige Shomen-Bundeslehrgang stand unter dem Motto 飛 中貫. 飛 (hi) steht für einen schnellen, geraden und sauberen Pfeilflug = Flugkraft. 中 (chu) bedeutet Treffen bzw. Genauigkeit/Präzision. Und 貫 (kan) wird mit Durchdringen bzw. Durchschlagskraft übersetzt.

An dem intensiven Lehrgangswochenende in Frankfurt versuchten die beiden Lehrer Shige Kameo und Marco Zingsheim den Teilnehmern zu vermitteln, wie alle Energie auf den Pfeil übertragen und wie im Taihai und beim Schießen maximale Performance abgeliefert werden kann.

Zunächst zeigten die beiden Lehrenden zusammen mit der höchstgraduierten Teilnehmerin Beate ihr Können, indem sie den Lehrgang mit einem mochi mato sharei eröffneten. Anschließend durften die Teilnehmenden zeigen, wie weit sie in ihrer Kyudo-Entwicklung sind. Nach einer ersten ernüchternden Rückmeldung von Shige und Marco ging es dann, aufgeteilt in zwei Gruppen, weiter. Sehr viele individuelle Korrekturen zu Schießtechnik und Taihai standen auf dem Programm. Und sehr viel Praxis, in der die Hinweise umgesetzt werden konnten. Abgerundet wurde der erste Tag mit einem spannenden Vortrag zum Thema nobiai. Kräfte, Schwerpunkt, Balance, Zusammenarbeit aller Körperteile, Stabilität, Flexibilität, Energiesteigerung bis ins zanshin waren einige der zentralen Begriffe der Theorieeinheit. Der erste Lehrgangstag klang mit einem gemeinsamen Abendessen beim Italiener aus. Auch da war Kyudo das Hauptgesprächsthema.

Der Sonntag begann mit einem hitotsu mato sharei. Auch der zweite Tag war wieder eine bunte Mischung aus Theorie und Praxis. Fragen, die die Teilnehmenden schon vorher einreichten, wurden ausführlich beantwortet und Neuigkeiten, die beim diesjährigen shogo-Seminar vermittelt wurden, wurden an die Teilnehmenden weitergegeben. Im praktischen Teil ging es ähnlich weiter, wie am Vortag. Korrekturen wurden verfeinert oder erweitert, und es gab reichlich Möglichkeit, an seiner Entwicklung weiterzuarbeiten. Beim abschließenden hitote gyosha war bei allen Teilnehmenden eine deutliche Verbesserung zu erkennen.

Shige und Marco schafften es hervorragend, jede/n dort abzuholen, wo er/sie gerade war. Bei Teilnehmenden vom 4. Kyu bis 6. Dan Renshi war das durchaus eine Herausforderung. Dass ihnen das gelang, zeigte sich bei den durchwegs positiven Rückmeldungen bei der Feedback-Runde.

Vielen Dank an die beiden Lehrer für den unermüdlichen Einsatz. Und natürlich auch an die Mitglieder des Kyudojo Frankfurt für ihre Gastfreundschaft.

Stefan Brendel

Video Shinsa in Pöcking

Wie im vergangenen Jahr nahmen erneut zwei Schützen aus Pöcking an der Video Shinsa teil. Verstärkt wurden sie dabei von einem weiteren Schützen aus dem Isar-Dojo in München. Bei bestem spätsommerlichem Wetter fand die Prüfung im heimischen Dojo statt.

Da die Prüflinge gleichzeitig für die Bedienung der Videokamera verantwortlich waren, wurde zunächst eine Proberunde durchgeführt. Dabei konnte für jeden Schützen die passende Kameraeinstellung gefunden und das gesamte Prozedere einmal ausprobiert werden. Denn direkt nach der eigenen Prüfung war jeweils die Bedienung der Kamera für den nächsten Prüfling an der Reihe.

Dank des erfolgreichen Testlaufs erwies sich dies jedoch als unkompliziert. So konnte die eigentliche Prüfung anschließend reibungslos und erfolgreich durchgeführt werden.

Nun heißt es, sich in Geduld zu üben, bis die Ergebnisse aus Japan eintreffen.

Max Griesmann

Prüflinge

Video-Shinsa und Makiwara-Prüfung in Erlangen

Aus Erlangen haben sich dieses Jahr vier Kandidatinnen und Kandidaten für die Video-Shinsa zum 1. und 2. Dan angemeldet. Im Rahmen zweier Sonntagstrainings wurden die Videos aufgezeichnet. Der zweite Termin wurde dann auch noch genutzt, um Kyu-Prüfungen vor dem Makiwara abzunehmen. Neben zwei Startern aus dem eigenen Verein beehrten uns fünf Gäste aus Schweitenkirchen und München-Ost. Die Kyu-Prüflinge haben alle bestanden. Herzlichen Glückwunsch. Auf die Ergebnisse der Video-Shinsa werden wir noch etwas warten müssen. Das Filmmaterial wird erst einmal deutschlandweit gesammelt und dann nach Japan übermittelt. Dort werden die Aufnahmen gesichtet. Frühestens Ende des Jahres werden wir dann erfahren, ob es neue Dan-Graduierungen gibt.

Stefan Brendel

Deutsche Enteki-Meisterschaften in Hannover

Anfang September standen die deutschen Enteki-Meisterschaften im Terminkalender des DKyuB. Nach zwei Jahren in Hordorf bei Braunschweig wanderte die Veranstaltung dieses Jahr in die niedersächsische Hauptstadt Hannover. Der noch sehr junge Verein „Kyudo in Hannover e.V. – Kuma Dojo“ richtete den Wettkampf auf dem Trainingscampus der Hannover-Grizzlies aus. Dort befindet sich auch das in diesem Jahr eingeweihte Dojo.

Während das Enteki-Zelt am Freitag im Dauerregen aufgebaut wurde, schien sich das Wetter am Samstag zunächst etwas zu bessern. Beim freien Training war es teils bewölkt und leicht windig. Nach einer kurzen Begrüßung wurde das Wettkampfwochenende mit einem Yawatashi der Kampfrichter Ingrid Haußner und Jürgen Salomon eröffnet.

Leider verschlechterte sich das Wetter zusehends. Der Wind wurde immer stärker, teilweise mit heftigen Böen. In der ersten Runde war es so stürmisch, dass alle Pfeile der bayerischen Mannschaft vom Wind irgendwohin geweht wurden, nur nicht auf das 60m entfernte Ziel. Somit startete Bayern mit einer Nullrunde. Anders als bei der Bundesliga gibt es bei deutschen Meisterschaften leider keine Streichrunde.

Noch vor Beginn des zweiten Durchgangs verschlechterte sich das Wetter weiter. Obwohl das Zelt mit zahlreichen Erdhaken und Abspannseilen verankert war, hob es kurzfristig ab. Der durch den Regen aufgeweichte Boden konnte die Befestigungen nicht halten. Ösen der Planen wurden ausgerissen, Kabelbinder zerfetzt, Verbindungsteile zerbrachen und Stangen wurden verbogen. Kurzerhand wurde entschieden, das Zelt komplett abzubauen. Nach einer kurzen Pause wurde der Wettkampf dann fortgesetzt. Unter den weiterhin widrigen Bedingungen wurde das Schießen zeitweise ein Glücksspiel. Der Wind ließ etwas nach, dafür zog ein Regenschauer über das Gelände. Letztendlich wurden aber alle fünf Runden durchgeführt, so dass am Ende jede Mannschaft 60 Pfeile geschossen hatte.

Trotz des Fehlstarts rollte die bayerische Mannschaft mit Horst Riechers, Stefan Brendel und Heike Birner das Feld von hinten auf und konnte sich noch den Titel sichern. Platz zwei ging an das Mixed Team „Rosen Tachi“ (Markus Hansseler (Niedersachsen), Philipp Thiele (Niedersachsen) und Susanne Richter (Bayern). Bronze sicherte sich Berlin mit Thomas Stier, Erina Akoshima und Mohsen Pourjazdan im Stechen gegen Niedersachsen.

Aufgrund der Witterungsbedingungen wurde auf die Siegerzeremonie verzichtet und die Siegerehrung nach drinnen verlegt. Dort genossen wir auch das gemeinsame Abendessen. Zum krönenden Abschluss des Tages organisierten die Hannoveraner noch ein fantastisches Feuerwerk in den Herrenhäuser Gärten.

Am Sonntag zeigte sich das Wetter von einer ganz anderen Seite. Blauer Himmel, Sonnenschein, angenehme Temperaturen und vor allem Windstille. Damit herrschten optimale Bedingungen für einen fairen Wettkampf.

Auch die Einzelmeisterschaft ging über fünf Runden mit je vier Pfeilen. Zunächst sah es nach einem Start-Ziel-Sieg für Horst Riechers aus Ingolstadt aus, nachdem er in den ersten drei Runden zwei Kaichu schaffte. Leider ließ seine Leistung am Ende etwas nach. Dafür drehte Stefan Brendel, der zunächst eher mäßig gestartet war, in den letzten drei Runden noch einmal richtig auf und sicherte sich den Titel. Silber hatte Horst aber sicher. Um den 3. Platz gab es noch ein Stechen zwischen Stephan Christiann , Jan Kaul und Jessica Herold, alle aus Niedersachen. Jan konnte sich mit einem weiteren Treffer die Bronzemedaille holen.

Die drei Erstplatzierten im Einzel zeigten dann noch eine Siegerzeremonie, bevor bei der Siegerehrung Pokale und Urkunden überreicht wurden. Auch die Kampfrichter gingen nicht leer aus. Mit einem kleinen Geschenk bedankte sich der ausrichtende Verein im Namen aller Teilnehmer bei der Wettkampfleitung. An dieser Stelle sei auch allen Helfern herzlich gedankt, ohne die der Platz nicht vorbereitet gewesen wäre und wir alle hungrig und durstig geblieben wären.

Stefan Brendel

Schulübergreifendes Sommerseminar in Neuburg

Ende August fand in Neuburg an der Donau das schulübergreifende Sommerseminar statt. Als Lehrer der Heki Ryu Insai Ha war wie im vergangenen Jahr Sven Zimmermann (Renshi 6. Dan) im Einsatz. Den Shomen-Teil übernahm erstmalig Gérald Zimmermann (Kyoshi 6. Dan) aus der 
Schweiz. Die beiden haben nicht nur den gleich Nachnamen. Beide haben eine sehr erfrischende Art, die Freude am Kyudo zu vermitteln. Eine breite Mischung aus fundiertem Wissen, tiefen Erfahrungen, der notwendigen Ernsthaftigkeit aber auch einer ordentlichen Portion Humor 
mit Lachen und Augenzwinkern zeichnet die Lehrer aus. „Nicht so oberlehrerhaft wie bei anderen Lehrgängen.“ merkte ein Teilnehmer in der Mittagspause an.

Jeder der drei Lehrgangstage wurde mit einer Zeremonie eröffnet. Den Beginn machte Gérald mit einem Yawatashi der ANFK. Unterstützt wurde er hierbei von Stefan und Ingrid als 1. und 2. Kaizoe. Am zweiten Tag zeigte Sven eine Zeremonie der Heki Ryu Insai Ha. Der letzte Tag begann 
mit einer Demonstration eines Mochimato Sharei, gezeigt von den Kyudo-ältesten Teilnehmern. Diese Form wurde am Vortag von allen intensiv geübt. Während die etwas Jüngeren von Sven erst einmal eine ausführlichen Einweisung in diese Zeremonie erhielten, übten die Höhergraduierten den Ablauf mehrfach. Immer wieder gab es hilfreiche Hinweise: Nutzung des Raums, Kuraidori, Umgang mit dem Kimono, Harmonie in der Gruppe, Atmung, Präsenz, Körperhaltung, Blickführung, 
Koordination Rissha und Zasha, Synchronisierung Hadanugi und Tasuki Sabaki, … Da war für jeden was dabei. Für den einen waren es Neuigkeiten, für den anderen Erinnerungen an bereits Gelerntes.

Am Samstag hielt Gérald einen spannenden Vortrag zum Thema Tsumeai. Die Präsentation enthielt auch einige Bilder von erfahrenen Schützen. Hierbei wurden jeweils 2 Bilder übereinandergelegt. Eine Aufnahme zeigte die Person im Nobiai kurz vor dem Hanare, die andere Aufnahme wurde im 
Zanshin des selben Schusses gemacht. Interessant war hier die Dynamik des linken Arms im Abschuss zu sehen.

In weiteren kleinen Theorie-Einheiten wurde auf Fragen der Teilnehmenden eingegangen. Auch hier wurde ein bunter Blumenstrauß an Kyudo-Themen angesprochen: Knochenlinie, Yugaeri, Atmung, Hara, Nobiai, …

Und auch die Schießpraxis kam an dem langen Kyudo-Wochenende nicht zu kurz. Aufgeteilt in zwei Shajo wurde viel geschossen, wobei es jeweils am ersten Mato von den Lehrern individuelles Feedback zur Schießtechnik gab, teilweise sogar mit Video-Unterstützung. Da bekam der ein oder 
andere auch noch einige Hausaufgaben mit auf den Weg.

Leider ging der Lehrgang viel zu schnell zu Ende. In der angenehmen Atmosphäre hätten wir gerne noch weiter trainiert. Wir hoffen, dass es im kommenden Jahr eine Fortsetzung gibt.

Nochmals herzlichen Dank an Gérald und Sven für Euer Engagement. Und natürlich auch an das Team aus Neuburg, die mit Dojo und Verpflegung für angenehme Rahmenbedingungen sorgten.

Stefan Brendel

Schulübergreifender Bundeslehrgang in Ingolstadt

Inzwischen ist es schon zur kleinen Tradition geworden, dass Connie Brandl-Hoff und Shige Kameo gemeinsam eine Bundesveranstaltung leiten. Anfang Juli war es mal wieder soweit. Schwerpunkt des schulübergreifenden Lehrgangs, der vom Donau-Dojo in Ingolstadt ausgerichtet wurde, lag bei Individualkorrekturen für Schießtechnik und Taihai.

Als Eröffnung wurde von den beiden Lehrenden ein Mochi Mato Sharei demonstriert. Beim anschließenden Hitote zeigten die zwanzig Teilnehmenden, die aus Ingolstadt, Erlangen, München, Pöcking, Neuburg, Aachen, Köln und Waldniel kamen, ihren aktuellen Entwicklungsstand. In einer kleinen Theorie-Einheit, die als offene Austauschrunde konzipiert war, wurde erst einmal auf ein paar grundlegende Themen eingegangen. Die Toriyumi-Position wurde erläutert und die Grundprinzipien Seikitai, Dozukuri, Ikiai und Mezukai/Metsuke wurden wiederholt.

Zusammenfassend motivierte Shige, bei Taihai und dem Schießablauf mehr auf die Adjektive „groß“, „stark“ und „tief“ zu achten.

Der restliche Tag wurde dann intensiv geübt. Alles im ANKF-Taihai und es gab bei nahezu jedem Schuss Rückmeldung zur Schießtechnik. Parallel dazu konnte auf vier weiteren Mato an der Umsetzung der Korrekturen gearbeitet werden. Alles in Allem ein sehr intensives und effizientes Training.

Zum Glück stellten die Mitglieder des Donau-Dojo ein umfangreiches, sehr vielseitiges und leckeres Buffet zur Verfügung, so dass man sich in den Pausen gut stärken konnte.

Zum Abschluss des ersten Tages gab es dann noch eine Fragen&Antworten-Runde, bei der es auch nochmal viele neue Erkenntnisse gab.

Beim gemeinsamen Abendessen klang der Tag aus. Mit Pizza, Pasta oder anderen italienischen Köstlichkeiten wurden die Energiespeicher wieder gefüllt und es wurde ein reger Austausch über Kyudo und andere bewegende Themen gepflegt.

Der zweite Tag wurde wieder von beiden Lehrern eröffnet, die noch einmal eindrucksvoll zeigten, welche Präsenz ein Schütze und welche Harmonie eine Gruppe im Taihai ausstrahlen kann.

Obwohl danach der Fokus mehr auf individuelle Korrekturen gelegt wurde, durften alle Teilnehmer noch einmal im Taihai zeigen, was sie vom Vortag mitgenommen hatten. Dies wurde gleichzeitig in zwei Gruppen praktiziert und jeder Schütze wurde dabei von einem der Lehrer betreut und korrigiert. Im Anschluss wurde frei geschossen und die Teilnehmer konnten sich entscheiden, ob sie jeweils am Mato 1 noch weitere Korrekturen haben wollten oder an den übrigen Mato versuchen wollten, die bereits bekommenen Hinweise umzusetzen.

Im Theorieteil des zweiten Tages wurden die übrigen Prinzipien des Schießens (Koshi, Zanshin, Ma, Shizen no Dosa) in der Gruppe besprochen, wobei wieder verschiedene Teilnehmer und die Lehrer ihre persönlichen Aspekte und Interpretation darlegten. Dadurch wurde deutlich, in welcher Vielfalt und Breite diese von Bedeutung sein können und sollten.

Aber nicht nur die Lehrer hatten etwas Theorie mitgebracht. Es gab auch die Möglichkeit in der großen Runde mitgebrachte Fragen zu stellen.

Ein kleines Highlight war, dass Kameo Sensei selbst immer mal wieder unkommentiert ein paar Pfeile vor dem Makiwara schoss. Es geht nichts über ein gutes Bewegungsvorbild. Hier demonstrierte er die zuvor mündliche gemachten theoretischen Erläuterung für alle gut sichtbar in der Praxis.

Herzlichen Dank an Connie und Shige für den unermüdlichen Einsatz, die vielen individuellen Hilfestellungen und die Bereitschaft, Wissen und Erfahrung zu teilen. Schade, dass nicht mehr Personen teilgenommen haben, um von den Inhalten des Lehrgangs zu profitieren.

Ein großes Dankeschön geht an die Mitglieder des Donau-Dojos, die nicht nur mit einer köstliche Verpflegung für angenehme Rahmenbedingungen sorgten.

Text: Mario Richter, Stefan Brendel
Bilder: Stefan Brendel

Deutsche Kinteki-Meisterschaften 2026 in Karlsruhe

Am letzten Juniwochenende stand wieder ein Höhepunkt des Kyudo-Jahres im Kalender. In Karlsruhe wurden die deutschen Kinteki-Meisterschaften ausgetragen.

An diesem Wochenende ereignete sich aber auch ein anderer Rekord. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (1881) wurde in Deutschland an zwei aufeinanderfolgenden Tagen neue Temperaturhöchstwerte (41,5°C ) gemessen. Aufgrund der Wettervorhersage sagten einige angemeldete Personen ihre Teilnahme an dem Wettkampf ab. Durch einige Ventilatoren, viele gekühlte Getränke und reichlich Obst auf dem Buffet versuchten die Gastgeber die Rahmenbedingungen so erträglich wie möglich zu gestalten.

Die Begrüßung wurde durch Beiträge von DKyuB-Vorstandsmitglied Nadine Emmer,  ehemaligem Trainer der Kyudo-Abteilung Michael Brettschneider sowie Vizepräsident des Budoclub Karlsruhe Matthias Marke bereichert. Nach dem Yawatashi, das von Feliks Hoff zusammen mit Shigeyasu Kameo und Stefan Brendel durchgeführt wurde, startete die Sempai-Meisterschaft. Startberechtig sind hier alle Personen, die mindestens den 5. Dan haben. Sieben Kyudoka gingen an den Start. In der Vorrunde wurden 2×2 Pfeile geschossen. Mit einer Trefferquote von mindestens 50% qualifizierte man sich für die Finalrunde. Das gelang 4 Schützen. Es wurden dann nochmals 2×4 Pfeile geschossen. Mit 2 Treffern in der Vorrunde und weiteren 7 Treffern im Finale holte sich Markus Hanssler aus Niedersachsen souverän den Titel. Herzlichen Glückwunsch. Auf Platz zwei landete Shigeyasu Kameo aus Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 6 Treffern, dicht gefolgt von Feliks Hoff aus Hamburg, der insgesamt 5 mal traf. Für Feliks war es dieses Jahr nach eigener Aussage die letzte Teilnahme an deutschen Meisterschaften. Einziger bayerischer Starter war Stefan Brendel, der sich jedoch nicht fürs Finale qualifizierte.

Nach einer kurzen Pause, die vor allem die Kampfrichter und Helfer nutzen, um ihren Flüssigkeitshaushalt wieder in Ordnung zu bringen und eine Kleinigkeit zu essen, ging es mit der Einzelmeisterschaft weiter. Die 30 Teilnehmenden schossen zunächst 2 Pfeile im Shinsa Maai. Fünf Wertungsrichter beobachteten das genau und bewerteten die Performance. Die höchste Punktzahl erreichte Andrea Knafla aus Berlin. Sie erhielt den Stilpreis.

Die 15 Schützen mit den höchsten Bewertungen schossen im Finale dann nochmal 8 Pfeile. Mit insgesamt 7 Treffern (Vorrunde + Finale) holte Bernhard Weller aus Baden-Württemberg den Titel. Die Plätze 2 und 3 wurden im Enkin zwischen Anna Rykov und Jan Ruzicka (beide aus Hessen) ermittelt. Beide trafen das Mato, der Pfeil von Jan landete jedoch eine Idee mittiger, wodurch er sich die Silbermedaille sicherte. Von den fünf bayerischen Startern qualifizierte sich nur Nadine Wolfsteiner fürs Finale. Ihre Treffer reichten dann aber leider nicht für eine Platzierung. Das Thermometer in der Halle zeigte zeitweise Temperaturen über 40°C an. Eine wahre Hitzeschlacht.

Am zweiten Wettkampftag fand dann die Mannschaftsmeisterschaft statt. Sieben Teams gingen an den Start. Pro Schütze wurden 12 Pfeile, pro Team also 36 Pfeile geschossen. Die bayerische Mannschaft, bestehend aus Nadine Wolfsteiner, Jesko Buchs, Martin Lenz und Max Griesmann, startete mit großartigen 9 Treffern und setzte sich zusammen mit dem Team aus NRW an die Spitze. Die folgenden beiden Runden waren nicht mehr ganz so trefferstark, aber auch bei den meisten anderen Mannschaften ließ die Leistung nach. Somit konnte Bayern schließlich mit 22 Treffern den Titel holen. Super Leistung! Zuletzt erreichte Bayern 2018 eine Platzierung bei deutschen Kinteki-Meisterschaften (Platz 2). Der letzte Titel liegt sogar schon 15 Jahre zurück.

Drei Mannschaften lagen punktgleich mit 21 Treffern auf dem 2. Rang. Die erste Runde des Stechens konnte NRW für sich entscheiden. In einem weiteren Stechen um Platz 3 konnte sich Hamburg gegen Niedersachsen durchsetzen.

Vielen Dank an die Wettkampfleitung Dagmar Baer und alle Kampf- und Wertungsrichter, die bei den schweißtreibenden Bedingungen einen kühlen Kopf bewahrten. Ein ganz dickes Dankeschön geht an das Orga-Team rund um Caro Schaupp. Die zahlreichen Helfer während des Wettkampfes (Schreiber, Kanteki, Yatori, …) haben hervorragende Arbeit geleistet. Und viele weitere Helfer haben für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Vom Empfang über Passeinträge durchführen, Helfer und Kampfrichter mit Wasser versorgen, Auf- und Abbau wurde hier viel Zeit und Engagement investiert. Otsukaresama desu! Besonders hervorheben möchte ich noch das üppige und abwechslungsreiche Buffet. Neben Gyoza bis Kuchen, unterschiedlichen Salaten und Curry, Obst und Gemüse blieben keine Wünsche offen.

Text: Stefan Brendel
Bilder: Martin Lenz, Stefan Brendel

Prüfungslehrgang in Neuburg an der Donau

Der Landeslehrgang mit Prüfung bis einschließlich 1. Kyu in Neuburg an der Donau erfreut sich großer Beliebtheit, auch weit über die bayerischen Landesgrenzen hinaus. Aufgrund der großen Nachfrage wurden 33 Teilnehmer zugelassen. Neben den bayerischen Vereinen Neuburg, Erlangen, Schweitenkirchen und München-Ost konnten wir auch Gruppen aus Freiburg und Stuttgart sowie Schützen aus Heidelberg, Karlsruhe, Frankfurt, Hamburg und Berlin begrüßen. Während sich bei dem Lehrgang in Erlangen vor 4 Monaten sehr viele Makiwara-Schützen anmeldeten, waren es dieses Mal nur 5 Anwärter für 5. und 4. Kyu. Der Schwerpunkt lag klar bei den Mato-Schützen. Alleine für die Prüfung zum 1. Kyu gab es 12 Anmeldungen. Um vor Ort Zeit für das Schreiben und Auswerten der schriftlichen Prüfung zu sparen, wurden die Fragen, wie bei den Dan-Prüfungen, vorher per Mail verteilt und die Antworten ein paar Tage vor dem Lehrgang bei den Prüfern eingereicht.

Als Lehrer und Prüfer waren wieder Ingrid Haußner (Neuburg), Lilo Reinhardt (München-Ost) und Marcus Kleint (Freiburg) im Einsatz. Dieses Team arbeitet bereits seit einigen Jahren erfolgreich zusammen. Lilo und Ingrid leiten schon seit über 20 Jahren gemeinsam diesen Lehrgang.

Als Eröffnungszeremonie zeigten die Lehrer ein Hitotsu Mato Sharei. Dann durften die Teilnehmer zeigen, was sie können. Anschließend wurden viele Aspekte des Kihontai wiederholt und geübt und auch der eine oder andere individuelle Hinweis zur Verbesserung der Schießtechnik wurde gegeben. Dabei ging es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch um die Freude am Schießen. In der letzten Runde schossen dann alle mit Kiai. Mit dieser positiven Energie wurde der praktische Teil des ersten Trainingstags erfolgreich abgerundet.

Nach dem gemeinsamen Abendessen gab es noch einen kurzen Zwischenstopp bei der Eisdiele. Dann versteckten sich einige Dojo-Schläfer in ihren Schlafsäcken, während andere die milden Temperaturen nutzen, um das Hofgartenfest in Neuburg zu besuchen.

Der Sonntag startete mit etwas Gymnastik, bevor nochmal auf das Thema Shitsu eingegangen wurde. Nach vier frei geschossenen Pfeilen begannen die Kyu-Prüfungen. Während die Teilnehmer Mittagspause hatten, setzten sich die Prüfer zusammen, um die Prüfungsergebnisse zu diskutieren. Nachdem auch die Prüfer sich etwas am Buffet stärkten, kam es zur „Urteilsverkündung“: 28 neue Kyu-Grade durften in die Pässe eingetragen werden. Die neuen 1. Kyu durften sich sogar über eine originelle Glückwunschkarte freuen. Im Anschluss wurde fleißig weitergeübt, mit weiteren Rückmeldungen von den Trainern. Zum Abschluss gab es nochmals eine Runde Taihai für alle.

Ohne einen engagierten Ausrichter wären solche Veranstaltungen nicht möglich. Deshalb ein dickes Dankeschön an Ingrid, Max und Markus von Judoclub Neuburg.

Und selbstverständlich auch vielen Dank an Lilo, Ingrid und Marcus, die mit viel Einsatz und jahrzehntelanger Erfahrung die Teilnehmer auf ihrem Weg des Bogens ein Stück begleiteten.

Stefan Brendel