Vom 14.-16. April 2026 hat das Shogo-Seminar in Frankfurt stattgefunden. Vier hochgraduierte japanische Senseis (Fr. Akemi Satake, Hanshi 8. Dan, Shosen Sato, Hanshi 8. Dan, Fr. Kimiko Ito, Kyoshi 8. Dan und Masunari Osumi, Kyoshi 8. Dan), begleitet von Meister Hiroshi Okazaki, Hanshi 9. Dan, haben das Seminar mit 27 europäischen Kyudo-Ka vom Renshi 5. Dan bis Kyoshi 7. Dan geleitet.
Am ersten Tag haben alle Teilnehmer im Shinsa-Maai ihr aktuelles Können gezeigt. Das Niveau war sehr hoch. Jedoch hat uns Okazaki-Sensei ein paar wichtige Anmerkungen und Hinweise gegeben. Seine Kernaussagen waren in etwa: Schießt nicht Mato-orientiert, sondern achtet auf euren Körper, besonders auf das Tatesen und Yokosen, und versucht im Abschuss dem Energiefluss des Körpers zu folgen. D.h. der Energie-Fluss des Körpers ist nicht geradlinig, sondern meandert. Somit versucht, den Energie-Fluss im Hanare nicht zu „schieben“, sondern weiterfließen zu lassen… Eine Aufgabe, die uns alle betrifft.
Am zweiten Tag haben wir Mochi-Mato und Hitotsu-Mato-Sharei geübt. Eine wichtige Aussage für uns Frauen war, dass man Tasukisabaki grundsätzlich vor dem Dojo bindet und nicht innerhalb. Dies gilt vor allem für Frauen, die in Rissha schießen. Eine Ausnahme ist das Yawatashi, bei dem das Tasukisabaki im Sharei integriert ist.
Hierzu gab es noch die Information, dass beim Rissha-Yawatashi die Ärmel sowohl an der Honza, wie auch an der Shai hochgebunden werden können. Der Standard ist allerdings an der Honza.
Am dritten Tag gab es technische Korrekturen und die Möglichkeit diese im freien Schießen umzusetzen.
Die Lehrer waren alle sehr zugewandt, freundlich und hatten Humor! Schön, dass ich sie erleben durfte.
Zusammenfassend war es für mich ein sehr schönes und erfolgreiches Seminar, bei dem ich wieder viel gelernt habe und mich mit den anderen europäischen Kyudo-Ka austauschen konnte.
Ein großes Dankeschön möchte ich den Organisatoren und HelferInnen sagen, die eine hervorragende Arbeit geleistet haben.
Dieses Jahr wurden in Europa wieder Dan-Prüfungen angeboten, allerdings ohne Seminar und aufgeteilt auf drei Standorte.
Los ging es mit Prüfungen zum 3. und 4. Dan. Diese fanden gleichzeitig in Wien (Österreich) und Noisiel (Frankreich) statt. Eine Woche später ging es dann in Frankfurt/Main weiter. Zwei Tage lange wurde nochmal San Dan und Yon Dan Shinsa angeboten. Am dritten Tag gab es dann Prüfungen zum 5. und 6. Dan und Renshi. Über 400 Teilnehmer aus 18 Nationen machten sich hierfür auf den Weg nach Frankfurt in die Sportschule des Landessportbundes Hessen.
Schon über ein Jahr liefen die Vorbereitungen in einem mehrköpfigen Orga-Team. Örtlichkeiten und Rahmenbedingungen wurden festgelegt, die Finanzierung geklärt, Materialien wie Azuchi, Mato und Trennwände besorgt und deren Transport und Aufbau koordiniert. Helfer wurden gesucht und eine detaillierte Aufgabenbeschreibung erstellt, inklusive individueller Einweisung vor Ort. Alles in enger Absprache mit der ANKF. Sowohl im Vorfeld als auch vor Ort liefen alle Fäden hauptsächlich bei Nadine Emmer sowie bei Chihiro Tanaka zusammen. Auch Michael Surke und Caro und Dirk Schaupp waren in Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung tragende Säulen.
Eröffnet wurde der erste Prüfungstag mit einem Yawatashi. Als Ite war Osumi Masanari (Kyoshi Hachidan) im Einsatz, unterstützt von Charles-Louis Oriou (Kyoshi Rokudan) und Frederic Demangeon (Kyoshi Rokudan).
Anfangs lief es im Prüfungsablauf an der ein oder anderen Stelle noch etwas holprig. Durch hervorragende Kommunikation unter den Helfern und Weitergabe der Erfahrungen an die Helfer des nächsten Tages lief es von Runde zu Runde besser. Entsprechend positiv war auch die Rückmeldung der Teilnehmer und Prüfer. Am Ende des ersten Prüfungstags kam eine der Prüferinnen auf die Helfer zu und meinte: „You are wonderful“.
Bei den Prüfungen zum 3. und 4. Dan setzte sich das Prüfergremium aus 2 Prüfern aus Japan und 3 Prüfern aus Europa zusammen. Die japanische Delegation bestand aus Okazaki Hiroshi (Hanshi Kyudan), Satake Akemi (Hanshi Hachidan), Sato Shosen (Hanshi Hachidan), Ito Kimiko (Kyoshi Hachidan) und Osumi Masanari (Koshi Hachidan).
Europa war vertreten durch Ray Dolphin (Kyoshi Nanadan), Laurence Oriou (Kyoshi Rokudan), Charles-Louis Oriou (Kyoshi Rokudan), Gerald Zimmermann (Kyoshi Rokudan), Feliks Hoff (Kyoshi Rokudan), Claude Luzet (Kyoshi Rokudan), Shigeyasu Kameo (Kyoshi Rokudan), Diethard Leopold (Kyoshi Rokudan) und Frederic Demangeon (Kyoshi Rokudan).
Für die Statistiker hier noch ein paar Infos zu den Teilnehmerzahlen und der Bestehensquote:
Wien
Noisiel
Frankfurt
Teilnehmer
bestanden
Quote
Teilnehmer
bestanden
Quote
Teilnehmer
bestanden
Quote
3. Dan
54
25
46,3%
166
24
14,5%
156
26
16,7%
4. Dan
21
5
23,8%
79
6
7,6%
99
12
12,1%
5. Dan
88
7
8,0%
6. Dan
35
3
8,6%
Renshi
38
2
5,3%
In Bayern gibt es folgende neuen Graduierungen:
Thomas Kerscher, Ingolstadt, 4. Dan
Jan Jansen, TSV München-Ost, 3. Dan
Jesko Buchs, Isar-Dojo München, 3. Dan
Außerhalb Bayerns haben 27 weitere Mitglieder von Vereinen in Deutschland ihre Prüfung bestanden. Besonders erwähnenswert sind hier Hiyo Shinohara, die die Renshi-Prüfung bestanden hat. Und Beate Dorst-Lehmann, die erst kürzlich den Renshi in Japan gemacht hat, hat in Frankfurt auch gleich noch den 6. Dan oben drauf gesetzt.
Herzlichen Glückwunsch!
Herzlichen Dank an die Prüfer, für die durchgehend hohe Aufmerksamkeit und an das Orga-Team und die unzähligen Helfer, die unermüdlich für einen reibungslosen Ablauf inkl. Auf- und Abbau sorgten.
Stefan Brendel
FlaggenEinweisung der HelferShajo 1 mit HikaeYawatashiRegistrierungPrüferScoreboardFeedbackrunde der HelferMato klebenfrisch geklebte MatosKnotenabgebautes AzuchiMaterialtransportAbtransport
Zum kalendarischen Frühlingsanfang traf sich die Regionalgruppe Süd des DKyuB-Kaders zum gemeinsamen Training. Da an diesem Wochenende sowohl in Baden-Württemberg als auch in Hessen die Landesmeisterschaften stattfanden, war die Zahl der teilnehmenden Kader-Mitglieder recht überschaubar. Somit hatten ein paar Gäste die Möglichkeit, an dem Training teilzunehmen.
Der Lehrgang fand in Pöcking am Starnberger See statt. Das dortige Dojo bot optimale Trainingsmöglichkeiten für die kleine Gruppe. Als Lehrerin war Ingrid Haußner im Einsatz. Sie bediente sich großzügig am Methoden-Buffet. So gab es eine Theorie-Einheit zu Torikake und Hanare mit Schaubildern und anschließender Partnerübung. Es gab kleine Mannschafts- und Einzelwettkämpfe in Kyogi-maai und Shinsa-maai. Auch stand die Video-Analyse wieder auf dem Programm. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln wurden die Kadermitglieder gefilmt. Anschließend wurden die Aufnahmen gemeinsam analysiert und jedes Kadermitglied erhielt individuelle Hinweise zu Schießtechnik und Taihai. Zum Anschluss gab es noch einen Enkin-Wettkampf auf das Neujahrs-Mato des gastgebenden Vereins.
Am Samstag und auch am Sonntag früh war es draußen noch recht kühl. So zeigte das Thermometer zum Trainingsbeginn am Sonntag im Dojo eine Temperatur von 7°C an. Im Laufe des Vormittags setzte sich jedoch die Sonne durch und bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel wärmte sich das Dojo auf angenehme Umgebungsbedingungen auf.
In den Pausen wurden die Teilnehmenden im beheizten Teeraum mit allerlei Leckereien versorgt. Vielen Dank an die Mitglieder des Kurenai-Dojo im SC Pöcking-Possenhofen e.V. für die Gastfreundschaft. Wir kommen gerne wieder.
Dank geht natürlich auch an Ingrid, die mit viel Erfahrung und Geduld jedem Teilnehmer wieder ein Stück weiter half.
Stefan Brendel
Yatorimichi und AzuchiKurenai Dojo von außenTrefferbildKamizaVideoaufzeichnungVideoaufzeichnungVideoaufzeichnungVideoaufzeichnungSchattenspieleMato AsobiGruppenbildDank an Ingrid
Mitte April finden in Frankfurt/Main Prüfungen zum 3. bis 6. Dan und Renshi statt. Daran werden ca. 200 Schützinnen und Schützen aus Deutschland teilnehmen. Für eine optimale Vorbereitung gibt es derzeit viele Seminare. So fand vergangenes Wochenende ein Bundeslehrgang im oberbayerischen Ingolstadt statt. Aufgrund des großen Interesses war ein paar Tage, nachdem die Ausschreibung verteilt wurde, die maximale Teilnehmerzahl bereits erreicht. So wurde nach Rücksprache mit den Lehrern Ingrid Haußner und Marco Zingsheim die Teilnehmerzahl auf 30 erhöht und der Beginn des Lehrgangs am Samstag um eine Stunde vorverlegt.
Das Teilnehmerfeld war breit gefächert. Von Anwärtern zum 3. Dan, die ihre bisherigen Prüfungen im Rahmen der Video-Shinsa gemacht haben, bis hin zu Kandidaten für den Renshi.
Die Praxis stand an diesem Wochenende klar im Vordergrund. So wurden nahezu ausschließlich im Taihai geübt. Kontinuierlich gab es Rückmeldung von Ingrid und Marco zu Kihontai. Und auch individuelle Korrekturen zur Schießtechnik kamen nicht zur kurz. Während die Renshi-Anwärter mochi mato sharei übten, setzten sich die anderen Teilnehmer mit Shitsu auseinander. Über die zwei Tage war bei allen Teilnehmern eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen. Die Bewegungen im Taihai wurden sicherer und harmonischer und die Qualität der Schüsse näherte sich den geforderten Prüfungskriterien. Dank der motivierenden Unterstützung durch Ingrid und Marco haben alle Teilnehmer von dem Wochenende sehr profitiert. Es ist klar, dass es innerhalb von 5 Wochen nicht möglich ist, die erhaltenen Korrekturen komplett umzusetzen. Jedoch wurde klar aufgezeigt, an welchen Schwerpunkten bis dahin noch zu arbeiten ist. Final wünschten die Lehrer viel Erfolg bei der Prüfung. Augenzwinkernd ergänzte Horst vom ausrichtenden Verein, dass bei Nichtbestehen der Prüfung, die Teilnahmegebühr für das Seminar nicht erstattet wird.
Herzlichen Dank an Ingrid und Marco für das kontinuierliche Engagement. Und ein dickes Dankeschön geht auch an die Helfer vom Donau-Dojo Ingolstadt, die für angenehme Rahmenbedingungen und ein abwechslungsreiches Buffet sorgten.
Text: Stefan Brendel Bilder: Stefan Brendel, Ingrid Haußner
Dojo in IngolstadtHitote GyoshaIngrid beim KorrigierenMarco beim KorrigierenKamizaMochi Mato ShareiTasukiTrainingsbetriebAbschlussrundeDankeschön für die LehrerGruppenbild
Ursprünglich war der Lehrgang für das Wochenende 31. Januar/1.Februar geplant. Allerdings gab es in der Woche zuvor heftige Schneefälle in Erlangen. Aufgrund der enormen Schneelast auf dem Dach unserer Turnhalle wurde diese für den Sportbetrieb gesperrt. Glücklicherweise konnte kurzfristig ein Ersatztermin gefunden werden, an dem die Trainer und Prüfer Zeit hatten und auch die Halle zur Verfügung stand. Und ein Großteil der Teilnehmer hatte auch die Möglichkeit, sich für den Ersatztermin Zeit zu nehmen. Mit 26 Anmeldungen war der Lehrgang wieder ausgebucht.
An dem Lehrgang nahmen interessanterweise sehr viele Anwärter zum 5. und 4. Kyu teil, auch aus weiter entfernten Vereinen. So stellten wir 4 Makiwara auf, beschränkten uns auf 5 Mato.
Als Trainer waren wieder Ingrid Haußner, Andreas Naumann und Stefan Brendel im Einsatz. Unterstützung bekamen sie von den Trainer-Anwärtern Stephan und Mario. Gestartet wurde am Samstag mit einer Demonstration der Lehrenden. Schließlich sollte man als Trainer immer mit gutem Beispiel vorangehen. Anschließend zeigten die Teilnehmenden, auf welchem Stand sie aktuell sind.
Zielgruppenspezifisch wurden zwei unterschiedliche Vorträge vorbereitet. Für die Mato-Schützen gab es von Andreas ausführliche Informationen über den Themenkomplex „Kihontai“. Direkt im Anschluss wurde das Erlernte in unterschiedlichen Übungen in die Praxis umgesetzt. Ingrid informierte die Makiwara-Schützen über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Shamen und Shomen.
Der restliche Tag wurde intensiv genutzt. Vor dem Mato wurde ausschließlich im Taihai geübt. Wo notwendig, gab es Rückmeldung zur Schießtechnik und den Bewegungen in der Gruppe. Auch vor dem Makiwara wurde fleißig trainiert. Da haben sich alle die Pizza oder Pasta beim gemeinsamen Abendessen redlich verdient.
Um keine kostbare Trainingszeit für das Schreiben und Lesen der schriftlichen Prüfung der Anwärter zum 1. Kyu zu verlieren, wurden die Fragen vorab an die Kandidaten geschickt und die Antworten konnten von den Prüfern vor dem Lehrgang in Ruhe durchgeschaut werden. Dieses Vorgehen ist seit einigen Jahren bei den Dan-Prüfungen bewährte Praxis.
Der Sonntag begann würdevoll mit einem Yawatashi, präsentiert von Stefan (ite), Andreas (dai ichi kaizoe) und Ingrid (dai ni kaizoe). Nach einer Einheit zum Thema „Shitsu“ gab es noch eine Generalprobe, bevor dann die Prüfung startete.
Auch wenn dem ein oder anderen Schützen die Nervosität anzusehen war, sorgte die freundlich konstruktive Stimmung, die während des ganzen Wochenendes herrschte, für viele neue Graduierungen. So gab es 4x den 5. Kyu, 9x den 4. Kyu, 2x den 3. Kyu, 2x den 2. Kyu und 6x den 1. Kyu. Herzlichen Glückwunsch.
Die Gastgeber sorgten wieder für einen reibungslosen Ablauf und füllten das Buffet üppig mit herzhaften und süßen Speisen. Vielen Dank dafür.
Text: Stefan Brendel Bilder: Stefan Brendel, Rüdiger Ahrenhöfer
Enbu der LehrerTheorie zu KihontaiKihontai in der PraxisKamizaIngrid beim UnterrichtenAndreas beim UnterrichtenReichhaltiges BuffetGruppenbild der Teilnehmer
Bis die Dan-Urkunden nach bestandener Prüfung in Japan erstellt und nach Europa geschickt werden, können schon mal ein paar Monate vergehen. Und bis die Urkunden dann in den Vereinen bei den jeweiligen neu Graduierten ankommen, vergeht dann nochmal etwas Zeit. Jetzt sind aber alle Urkunden der Video-Shinsa 2024 verteilt. Nochmal herzlichen Glückwunsch.
Stefan Brendel
Audrey (Nidan) und Claudia (Nidan)Christoph (Nidan)Eva (Nidan)Jesko (Nidan)Markus (Shodan)
Nachdem für dieses Jahr Seminare und Prüfungen auch für Anwärter zum 1. und 2. Dan in Magglingen angeboten wurden, gingen wir davon aus, dass die Video-Shinsa der Vergangenheit angehört. Völlig überraschend erreichte uns dann aber Anfang Juni die Ausschreibung für die Video-Shinsa 2025. Diese Gelegenheit nutzten wieder einige bayerische Kyudoka, um einen weiteren Schritt auf ihrem Weg des Bogens zu gehen. Im September wurden die Videos in den Vereinen aufgezeichnet und zusammen mit den Antworten zur schriftlichen Prüfung über den DKyuB nach Japan übermittelt. Dort wurde alles gesichtet. Nun kamen die Ergebnisse: Alle Teilnehmer haben bestanden. Wir gratulieren herzlich zu den neuen Graduierungen:
1. Dan:
Maria Kick, Erlangen Susanne Richter, Erlangen Max Griesmann, Pöcking Wolfgang Schenk, Pöcking Wolf Jaenecke, München-Ost José Daniel Vila Rodríguez, München-Ost
2. Dan:
Fabian Schmitt, Erlangen Roland Schöffel, Schweitenkirchen
Text: Stefan Brendel Bilder: Stefan Brendel/Rudolf Stöppler
Susanne (Shodan)Maria (Shodan)Roland (Nidan)Fabian (Nidan)Wolf (Shodan)Daniel (Shodan)Trainerin, Teilnehmer und Kameramann in München-Ost
Die Abteilung Kyudo des Turnerbundes 1888 Erlangen lud am 2. Advent im Rahmen des normalen Sonntagstrainings zur Makiwara-Prüfung ein. Sechs Schützen aus Schweitenkirchen und Erlangen nutzen die Gelegenheit und stellten sich der Prüfung. Als Prüfer war Stefan Brendel aus Erlangen im Einsatz. Alle Kandidaten haben bestanden. Somit gibt es jetzt 4 neue 5. Kyu und 2 neue 4. Kyu. Herzlichen Glückwunsch.
Vergangenes Wochenende war die Trainer/in-C-Breitensport-(Kyudo)-Ausbildung zu Gast in Erlangen. Mit dem fünften Praxisseminar ist damit bereits die Halbzeit der Ausbildung erreicht. Alle 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Süd/West-Gruppe konnten den Termin wahrnehmen. Als Ausbilder waren die A- und B-Trainer Sven Zimmermann, Ingrid Haußner, Jürgen Salomon und Marco Zingsheim im Einsatz, die erneut ein vielfältiges Programm zusammengestellt hatten.
Schwerpunkt des Wochenendes war der Übergang vom 4. auf den 3. Kyu. Zunächst wurden Kriterien gesammelt, die diese beiden Graduierungen voneinander unterscheiden. Anschließend folgte ein Vortrag von Ingrid, in dem sie insbesondere auf die Arbeit im nobiai, Dynamik sowie tai no warikomi/munewari einging. Nach einer von zwei Teilnehmenden geleiteten Aufwärmrunde begann der praktische Teil.
Die Probanden aus Erlangen schossen vor und wurden von den Traineranwärterinnen und -anwärtern aufmerksam beobachtet. In Kleingruppen wurde im Anschluss festgelegt, welcher Korrekturschwerpunkt gewählt und wie dieser vermittelt werden sollte. Unter Supervision der A- und B-Trainer wurden diese Ansätze direkt an den Probanden umgesetzt. Durch regelmäßiges Wechseln der Gruppen erhielten die Schützinnen und Schützen im Laufe des Nachmittags eine Vielzahl an hilfreichen Hinweisen.
Erstmals in der aktuellen Ausbildung standen auch Shomen-Schützen als Probanden zur Verfügung. Das stellte den ein oder anderen Trainer vor ganz neue Herausforderungen.
Zum Abschluss des Tages gab es ein hitote. Die tachi bestanden aus Probanden und Teilnehmenden. Anschließend hatten die Traineranwärter die Gelegenheit, sich gegenseitig Feedback zu ihrer Schießtechnik zu geben. Beim gemeinsamen Abendessen im Vereinsheim des Turnerbundes klang der Samstag in gemütlicher Runde aus.
Der zweite Tag begann mit dem Thema Kyudo-Kleidung. Gemeinsam wurden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der Kleidung von Männern und Frauen herausgearbeitet, gefolgt von einer Demonstration zum korrekten Anlegen des hakama. Nach einer kurzen Gymnastikeinheit ging es mit taihai weiter. In 5er-tachi wurde vorgeschossen, während die Traineranwärter gezielte Beobachtungsaufträge erhielten. Im Anschluss gab es Hinweise zu den Bewegungen außerhalb der hassetsu.
Im abschließenden Vortrag standen mato asobi (Zielspiele) im Mittelpunkt, von denen eines direkt ausprobiert werden konnte.
Das Wochenende bot eine ausgewogene Mischung aus Theorie und Praxis. Dabei wurde deutlich, dass noch vieles zu lernen und zu üben ist – nicht nur für die Traineranwärter.
Ein herzliches Dankeschön gilt den Lehrenden, die mit viel Erfahrung und Engagement die nächste Trainergeneration ausbilden. Besonderer Dank geht an die Probanden, die geduldig eine Korrektur nach der anderen annahmen und mit ihren Rückfragen gelegentlich sogar die Trainer ins Grübeln brachten. Ohne die zahlreichen Helferinnen und Helfer beim Auf- und Abbau sowie insbesondere in der Küche wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich gewesen. Vielen Dank.
Wir freuen uns darauf, Euch beim Praxisseminar Nr. 10 in einem Jahr wieder in Erlangen begrüßen zu dürfen.
Stefan Brendel
Vortrag von MarcoVortrag von IngridKamizaGruppenarbeit vor dem MakiwaraGruppenarbeitGruppenarbeitVortragZielspielGruppenbild
Am 25. und 26. Oktober 2025 fand im Alster-Dōjō in Hamburg die 17. Deutsche Meisterschaft der Kyu-Grade statt. Draußen herrschte echtes Hamburger „Schietwetter“ – kalt, windig und regnerisch. Im Dōjō war es dagegen angenehm warm, jedenfalls solange die Fenster geschlossen blieben. Das Kampfrichterteam stellten Marion Moritz und Gabriele Schwark, die Wertungsrichter und Mini-Seminar-Leitungen waren Feliks Hoff, Connie Brandl-Hoff und Sorin Jurma.
Nach Auslosung der Startreihenfolge der 22 Teilnehmer aus 6 Bundesländern, darunter Max Griesmann vom SC Pöcking-Possenhofen für Bayern, begann der erste Wettkampftag mit zwei Einschusspfeilen, um sich an die Gegebenheiten zu gewöhnen. Zur Einstimmung durften die Teilnehmer im Anschluss Feliks Hoff als Ite beim Yawatashi beobachten. Unterstützt wurde Feliks dabei von den Kaizoe Sorin Jurma und Marion Moritz. Danach ging es dann ohne Umschweife mit der Vorrunde und damit der Stilwertung los, die im shinsa no maai geschossen wurde. Jeder Schütze durfte zwei Durchgänge mit jeweils zwei Pfeilen absolvieren. Treffer gingen dabei in die Trefferwertung der Endrunde ein.
Am Abend schloss sich ein erstes Mini-Seminar zur Taihai-Optimierung an. In drei Gruppen, geleitet von Feliks Hoff, Connie Brandl-Hoff und Sorin Jurma, wurde an der Präzision und Ausgewogenheit der Bewegungsabläufe gearbeitet. Themen waren unter anderem die Gewichtsverlagerung beim Absetzen in Kiza und beim Aufstehen, der Takt beim Betreten und Gehen im Dōjō im Tachi sowie die korrekte Ausführung von Toriyumi. Die konzentrierte, aber freundliche Atmosphäre ermöglichte es allen Teilnehmern, wertvolle Impulse für ihr eigenes Training mitzunehmen.
Der zweite Wettkampftag begann um 9:30 Uhr – dank der Zeitumstellung mit einer Stunde zusätzlichem Schlaf. Nach dem gemeinsamen Hairei begann unmittelbar die Endrunde, die diesmal im kyōgi no maai (Rissha) ausgetragen wurde. Geschossen wurde in drei Durchgängen zu jeweils vier Pfeilen. Obwohl nicht die ganze Front, sondern nur die Fenster zum Durchschießen geöffnet wurden, drang die frische, aber sehr kühle morgendliche Herbstluft schnell ins Dojo, was an der Shai für klamme Finger, zitternde Beine und zusätzliche Herausforderung sorgte.
Nach Abschluss des Wettkampfes folgte ein weiteres Mini-Seminar zur Schießtechnik-Optimierung, das in denselben Gruppen und mit denselben Übungsleitern wie am Vortag durchgeführt wurde. Der Schwerpunkt lag auf der korrekten Kräfteverteilung beim Hikiwake und Yugamae. Die Hassetsu wurden dazu rückwärts durchlaufen, um zu verdeutlichen, was mit jedem vorhergehenden Schritt für den folgenden erreicht werden soll und damit wie die einzelnen Phasen des Schießablaufs aufeinander aufbauen. Anschließend wurde das Gelernte praktisch umgesetzt: Zunächst durfte jeder Teilnehmer vor den Übungsleitern vorschießen, um individuelle Korrekturen zu erhalten. Der wartende Schütze dahinter achtete dann bei den folgenden Pfeilen auf die korrekte Ausführung der Verbesserungen. Feliks Hoff fasste den Weg zum Verständnis und zur Verinnerlichung von Technik und Taihai mit „drei Grundprinzipien” zusammen: „Üben, üben – und noch mehr üben.“
Bevor die Siegerehrung begann, fand eine gemeinsame Feedback-Runde statt, in der alle Teilnehmer zu Wort kamen. Das Echo war durchweg positiv. Besonders gelobt wurde die Kombination aus Wettkampf und Seminar. Als kleiner Kritikpunkt wurde die Aufteilung der Endrunde auf zwei Dōjōs genannt, die den Ablauf etwas hektisch wirken ließ und es erschwerte, den anderen Schützen zuzusehen und mitzufiebern. Der Grund – Zeitersparnis – wurde jedoch allgemein als nachvollziehbar angesehen. Unterschiedliche Meinungen gab es zur Frage, ob die Seminare künftig vor oder nach dem Wettkampf stattfinden sollten.
Die Veranstaltung endete mit der Siegerehrung, bei der die besten Schützinnen und Schützen ausgezeichnet und zum Kaderseminar nach Karlsruhe Ende November eingeladen wurden. Max Griesmann aus Bayern belegte im Stil Platz 6 mit 46,7 Punkten, in der Trefferwertung landete er im Mittelfeld auf Platz 12. Trotz des norddeutschen Herbstwetters war die Deutsche Meisterschaft der Kyu-Grade 2025 geprägt von einer warmen und kollegialen Atmosphäre, in der sich Wettkampfgeist und Lernbereitschaft auf ideale Weise verbanden – ein rundum gelungenes Wochenende. Ein großes und herzliches Dankeschön an alle HelferInnen, OrganisatorInnen und KamprichterInnen für die gelungene Austragung der Veranstaltung.
Die Gewinner der 17. Deutschen Kyudo-Meisterschaft im Überblick:
Stilwertung:
Pia Schwitters, Baden-Württemberg 53,0 Punkte
Leonardus Tri Jaya, Hamburg 50,3 Punkte
Dominik Grau, Baden-Württemberg 47,7 Punkte
Trefferwertung:
Tom Falke, Sachsen 10/16 Treffer
Walter Beloded, Baden-Württemberg 9/16 Treffer (nach Enkin)