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Deutsche Kyudo-Meisterschaften in Hannover

Im Jubiläumsjahr fanden die deutschen Kyudo-Meisterschaften in Hannover statt. Den Anfang machten die Sempai (ab 5. Dan). Der neue Modus sah vor, dass jeder der zwölf Teilnehmer 2×2 Pfeile schoss. Schützen mit einer Trefferquote von mindestens 50% qualifizierten sich für die
Endrunde. Das schafften gerade mal zwei Kyudoka. In der Endrunde ging es dann im Izume weiter. Shige aus NRW holte sich mit zwei weiteren Treffern den Titel während Reinhard, ebenfalls aus NRW, mit einem Treffer und einem Fehlschuss den zweiten Platz erreichte. Alle anderen zehn Sempai hatten jeweils einen Treffer und stachen im Enkin um den Platz drei. Als Barbara die innere weiße Fläche des Matos traf, schien die Entscheidung gefallen zu sein. Aber Michael aus Hessen lenkte seinen Pfeil ins Zentrum des Mato und holte sich somit die
Bronzemedaille.

Weiter ging es mit der Einzelmeisterschaft (1. bis 4. Dan). 33 Kyudoka mussten auch hier erstmal 2×2 Pfeile schießen, um sich mit mind. zwei Treffern fürs Finale zu qualifizieren. Bei diesen vier Schüssen wurde auch der Stil bewertet. Erstmalig gab es gemäß aktueller Wettkampfordnung pro Treffer zusätzlich zwei Punkte für die Stilwertung. Den Stilpreis holte sich mit deutlichem Vorsprung Nadine aus Ingolstadt. Mit kaichu (4/4 Treffern) qualifizierte sie sich auch klar fürs Finale. Ebenfalls kam Martin weiter. Stefan konnte sich nicht qualifizieren. Insgesamt schafften es 16 Teilnehmer, die 50% Quote zu erreichen. Nach der ersten Izume-Runde war das Teilnehmerfeld schon deutlich kleiner. Vier Schützen trafen in der ersten Runde, darunter leider keine bayerischen Starter.

Mit zwei weiteren Treffern holte sich Simon aus Berlin den Titel. Die übrigen Schützen machten im Enkin die Plätze untereinander aus. Platz 2 ging an Steffi aus Hamburg, den dritten Platz erreichte Larissa aus Berlin.

Zum Ende des Tages gab es von Barbara anlässlich des Jubiläums (50 Jahre Kyudo in Deutschland) eine Laudatio. Sie blickte auf 50 Jahre Kyudo in Deutschland zurück. Von der anfänglichen Pionierarbeit, über die Weiterentwicklung und Vernetzung der Kyudoka in Deutschland und Europa bis hin zu einem Ausblick in die Zukunft ließ sie die vergangenen 50
Kyudo-Jahre Revue passieren.

Während der erste Wettkampftag mit einem Yawatashi von Feliks, unterstützt von Shige und Sven als Kaizoe, eröffnet wurde, zeigten die selben Schützen am zweiten Tag ein Hitotsu Mato Sharei.

Es folgten die Mannschaftswettkämpfe. Neun Teams gingen an den Start. Leider lief es in der bayerischen Mannschaft gar nicht gut. Auch die Einwechslung des Ersatzschützen brachte nicht die erhoffte Wende. So fuhr Bayern nach den beiden Silbermedaillen der vergangenen Jahre dieses Jahr ohne Mannschaftserfolg nach Hause.

Mit einer grandiosen Endrunde (11/12 Treffern) schoben sich die Gastgeber aus Niedersachsen mit insgesamt 32/48 Treffern auf den 1. Platz. Vize-Meister wurde die Mannschaft aus Hamburg. Um den 3. Platz gab es ein Stechen zwischen Hessen und Baden-Württemberg. Hier konnte
sich das Team aus Stuttgart gegen den Seriengewinner aus Hessen durchsetzen.

Abschluss des Wettkampfwochenendes war die Kyu-Meisterschaft. Die 25 Teilnehmer mussten erst einmal in der Stil-Runde zeigen, was sie können. Die 16 Schützen mit der höchsten Bewertung qualifizierten sich für das Finale. Das schaffte Christoph aus Erlangen mit der zehnthöchsten Bewertung. Leider hatte er im Tournament keine weiteren Treffer, so dass der Wettkampf in der ersten KO-Runde für ihn beendet war. Florentin schaffte es knapp nicht, sich fürs Finale zu qualifizieren. Der Meistertitel ging an Michael aus Schleswig-Holstein. Vize-Meister wurde Uwe aus Baden-Württemberg. Platz drei holte sich Jochen aus Schleswig-Holstein.

Da zwei Schützen punktgleich an der Spitze der Stilbewertung lagen, wurde dieses Jahr der Stilpreis 2x vergeben und zwar an Fritz aus Baden-Württemberg und Franziska aus Berlin.

Allen Platzierten herzlichen Glückwunsch!

Ein dickes Dankeschön an alle Kampf- und Wertungsrichter, die gewissenhaft und ausdauern durch die Wettkämpfe führten. Schließlich geht noch ein herzlicher Dank an Bettina und Karsten und ihr Team aus Hannover, die wieder für optimale Rahmenbedingungen sorgten, sowohl in der Halle, also auch am Buffet.

Stefan Brendel

Landeslehrgang mit Prüfung bis 1. Kyu in Neuburg/Donau

Nachdem sich alle Trainer und Teilnehmer durch die Staus auf Bayerns Autobahnen gekämpft hatten, konnte der Landeslehrgang mit Prüfung bis 1. Kyu in Neuburg an der Donau starten. Das Trainerteam bestand, wie schon mehrfach erfolgreich erprobt, aus Lilo Reinhardt, Ingrid Haußner und Irene Neumaier. Nachdem die Trainer ein Taihai vorschossen, durften alle
21 Teilnehmer vor Makiwara oder Mato zeigen, was sie können. Aufgeteilt in drei Gruppen wurde dann intensiv an Technik und Taihai gefeilt. Einige Übungen zum kihontai wurden dann auch in der Gesamtgruppe erklärt und geübt.

Bei hochsommerlichen Temperaturen kamen in der lichtdurchfluteten Halle alle ganz schön ins Schwitzen. Das nächtliche Gewitter sorgte dann für Abkühlung, so dass am Prüfungstag optimale Bedingungen herrschten. Nach der obligatorischen Shitsu-Übungseinheit und vier Pfeilen Einschießen, folgten die Kyu-Prüfungen. Durch die gute Vorbereitung in den Vereinen und den letzten Feinschliff am ersten Lehrgangtag, konnten alle Schützen die für die angestrebte Graduierung geforderte Leistung abliefern. Alle haben ihre Prüfung bestanden. Herzlichen Glückwunsch!

Den Lehrern vielen Dank für den unermüdlichen Einsatz, Kyudoka in unterschiedlichsten Entwicklungsstufen zu unterrichten und sie auf dem Weg des Bogens ein Stück voran zu bringen. Ein herzliches Dankeschön auch an das Neuburger Team um Ingrid und Max, die wieder für einen reibungslosen Ablauf und ein leckeres Buffet sorgten.

Stefan Brendel

Bundeslehrgang Shomen, 18. /19. 5. in Neuburg/ Donau

mit Lilo Reinhardt und Shigeyasu Kameo; Rudolf Stöppler, Kamera

Ausgeschrieben für Matoschützen bis 2. Dan und Trainer und Traineranwärter.

An einem wunderschönen Frühlingswochenende trafen sich 14 Matoschützen und 10 Trainer bzw. Traineranwärter zu gemeinsamem Tun, sprich: „Hikiwake“ war das Thema des Lehrgangs.

Nach der Eröffnung durch ein Yawatashi von Lilo ging es zur Sache: Nach einem kurzen Vortrag von Lilo zum Thema wurden dann Gruppen gebildet, je 2 Trainer bekamen 4 bzw. 3 übrige Teilnehmer zur Korrektur zugewiesen unter der Supervision von Lilo und Shige.

Sowohl für die zu korrigierenden Schützen als auch die Trainer keine ganz leichte Aufgabe, sich abzusprechen und zu koordinieren, um die Schützen nicht mit zu vielen Aufgaben oder sogar gegensätzlichen Ansätzen zu verwirren oder zu überfordern. Damit das Ganze für beide Seiten erfolgreich wurde, war eine Menge Lernfähigkeit in Bezug auf Interaktion gefordert.

Shige konnte mit seinem umfassenden Wissen so manchen neuen Aspekt aufzeigen und die „Mysterien“ des Daisan etwas erhellen.

Abwechslung gab es dann, als die Trainer Shareiformen für sich üben konnten unter Supervision von Shige, und die übrigen Teilnehmer dann mit Lilo Zeit bekamen, an ihren Aufgaben für sich zu arbeiten.

Der Sonntag wurde mit einem Yawatashi von Shige eröffnet, es gab noch einmal Gruppenarbeit, aber dann auch freies Schießen für alle mit Korrekturen durch Lilo und Shige.

Für mich persönlich überraschend war, dass in der Feedbackrunde die zu korrigierenden Teilnehmer fast alle die Arbeit mit so vielen Trainern und Traineranwärtern positiv empfanden. Also war man doch in den 2 Tagen gut zusammen gekommen. Die exzellente Kameraführung von Rudolf tat ein Übriges dazu!

Text: Ulrich Grußendorf, Bilder: Rudolf Stöppler, Stefan Brendel

Kadertraining in Berlin

Drei Wochen vor der Europameisterschaft traf sich der DKyuB Kader zum finalen Training in Berlin. Zwei Mannschaften inkl. Ersatzschützen dürfen Deutschland beim 15. EKF-Takai im italienischen Cornaredo in der Nähe von Mailand vertreten. Für das Training im Berliner Süd-Verein stellten die beiden Kader-Trainer Sorin und Sven einen bunten Blumenstrauß an Übungen zusammen. Neben individuellen Technikkorrekturen, an denen dann in Partnerübungen gearbeitet werden konnte, gab es auch Hinweise zum Kihontai. Die mentale
Wettkampfvorbereitung stand ebenso auf dem Programm, wie der Umgang mit Schießpausen, die bei großen Turnieren zwangsläufig entstehen. Weitere Themenschwepunkte waren das Dozukuri und die Atmung. Aber auch das Schießen in unterschiedlichen Konstellationen der beiden Mannschaften kam nicht zu kurz.

Wir wünschen den beiden Teams viel Erfolg in Italien, tolle Erlebnisse und einen spannenden Wettkampf.

Stefan Brendel

11. Heki-Taikai in Frankfurt

Am 4. und 5. Mai fand in Frankfurt am Main das 11. Heki-Taikai mit 22 Mannschaften aus Italien, Norwegen, Österreich, Polen, Ungarn und Deutschland statt. Zur Eröffnung verlas die Generalkonsulin Japans in Frankfurt, Frau Kawahara, persönliche Grußworte. Mori Sensei, der leider nicht anwesend sein konnte, übermittelte schriftlich seine Grüße an die Teilnehmer. Es folgte Yawatashi von Andreas Naumann, der auch als Kampfrichter des Wettkampfes fungierte.

Am Samstag fand der Mannschaftswettkampf mit 22 Mannschaften mit insgesamt 79 Schützen statt. Für mich als erstmaligen Teilnehmer am Heki-Taikai war es schon eine neue Erfahrung:Es gab reichlich Applaus, an die Honza ging es mit Kiai nach vorn und Treffer wurden mit einem „sha“ lautstark zur Kenntnis genommen. Im Stechen um den ersten Platz wurde es spannend, beim Schießen um den Siegerplatz erreichten Aachen und Stuttgart (mit je 37 Treffern) mit den ersten 2 Pfeilen Gleichstand, erst in der zweiten Runde erfolgte eine Entscheidung für Aachen – denkbar knapp: Ein Treffer knapp außerhalb des Matoringes und einer direkt innerhalb gaben den Ausschlag. Ähnlich knapp endete das Stechen um den 3. Platz zwischen Frankfurt und Momji Kai Wien mit je 36 Treffern. Die Mannschaften vom Maindojo Würzburg und Isar-Dojo München belegten den 9. bzw. 12. Platz.

Am Samstag folgten die Einzelmeisterschaften mit 22 Teilnehmer jeder Mannschaft. Den Sieg errang Malte Negendank aus Aachen mit beachtlichen 17 Treffern. Mit 2 Teilnehmern mit 16 Treffern – Peter Stampach (Wien) und Krzysztof Haczec (Warschau) gab es auch hier ein Stechen um den 2. Platz.Mit den ersten beiden Pfeilen im Izume erzielten beide Schützen mit den ersten
Pfeilen Gleichstand, so dass beim dritten Pfeil im Enkin die Entfernung zur Zielmitte entscheiden musste. Den zweiten Platz erreichte Krzysztof Haczec aus Warschau mit einem Treffer in die Matomitte. Die beiden bayerischen Schützen konnten bei starker Konkurrenz leider keine hohen Platzierungen erreichen.

Abschluss der Veranstaltung war ein Heki-Taihai der Siegermannschaft und die Siegerehrung. Die Siegermannschaft konnte neben den Preisen den Pokal in Form eines Ebira mit mehreren Pfeilen der vergangenen Wettkämpfe mit nach Hause nehmen – bis zum nächsten Jahr wird – wie traditionell -ein neuer Pfeil den Köcher zieren.

Wir vom Maindojo Würzburg danken Andreas Naumann und allen Helfern von Frankfurter Verein für den harmonischenWettkampf und die perfekte Organisation. Die konzentrierte, gleichzeitige aber auch ungezwungene Atmosphäre war sehr wohltuend. Nächstes Jahr wir das Heki-Taikai noch einmal in Frankfurt stattfinden, um dann wieder in ein anderes Land zu wechseln.

Andreas König / Maindojo Würzburg

Bundeslehrgang zur Vorbereitung auf Dan-Prüfungen 2019

(1.-3.5.19, Frankfurt)

Eigentlich war die Sportschule in Frankfurt reserviert für einen Heki-Lehrgang mit Mori-sensei. Der aber wurde abgesagt, und so entstand glücklicherweise aus der Reservierung ein stilübergreifender Bundeslehrgang für die kommenden Dan-Prüfungen. 2 kompetente Lehrer, Shigeyasu Kameo und Sven Zimmermann sind eingesprungen, die ihre Erfahrung und Wissen an uns 40 Teilnehmer aus ganz Deutschland versucht haben, weiterzugeben.

In 2 Shajo wurde nach den neuen, von der ANKF definierten Prüfungsbeschreibungen, gearbeitet.

Mir ging so manches Licht neu auf, was Dynamik und Energieführung der TaiHai-Bewegungen und der Hassetsu in der tatsächlichen Ausführung bedeutet. Gehört hat man vieles schon einmal, es aber im Tun auf den Punkt zu bringen, dafür fehlt häufig der Fokus.

Shige hat dann in einem Extra-Block den Begriff „Kiryoku“ uns anschaulich erläutert und mit Stimmlauten die Energieführung von „Tsumeai“ bis „Zanshin“ üben lassen. Mit „Kiai“ habe ich schon häufig im Training geschossen, aber diese „Stimmführung“ ins Zanshin war noch von ganz anderer Qualität.

Sehr positiv war für uns auch, dass nach dem Abendessen noch einmal 1 1/2 Std. Zeit war, persönlich in der Halle das Gelernte oder Gehörte nachzuarbeiten. Die kurzen Wege in der Sportschule zwischen Schlafen , Essen und Schießen machten zusätzlich diesen Lehrgang sehr effektiv. Einhellig war die Meinung, das unbedingt zur Tradition werden zu lassen.

Ulrich Grußendorf

Bayerische Meisterschaften 2019

Bereits zum 33. Mal fanden dieses Jahr die bayerische Meisterschaften statt. Gastgeber war mal wieder die Kyudo-Abteilung des Turnerbundes 1888 Erlangen. Trotz Beginn der Osterferien und einiger Paralleltermine machten sich 29 Kyudoka auf den Weg nach Mittelfranken.

Nach der Begrüßung durch den KyuVB-Präsidenten ging die Wettkampfleitung noch auf ein paar Punkte des Ablaufs ein. Als Wettkampfleitung/Kampfrichter konnten wieder unsere Landestrainer Kathrin und Peter gewonnen werden, die gewohnt souverän und konzentriert durch den Wettkampf führten.

Zur Einstimmung zeigten Barbara und Stefan ein hitosu mato sharei.

In der Mannschaftswertung lagen die Schützen vom Isar-Dojo München (Jan Langhans, Florentin Hofmeister und Uwe Kroyer) von Anfang an in Führung. Durch eine großartige letzte Runde mit 10 von 12 Treffern holten sie sich mit deutlichem Vorsprung den Titel (33/60).

Auf dem zweiten Platz landete die Mannschaft 2 vom Donau-Dojo Ingolstadt (Nadine Wolfsteiner, Thomas Kerscher, Achim Hassler) (26/60).

Um die Bronze-Medaille gab es noch ein spannendes Stechen zwischen dem Vorjahressieger Pöcking und dem Gastgeber Erlangen (beide Teams hatten 24 Treffer). Erst in der zweiten izume-Runde konnte sich Pöcking (Martin Kawnik, Axel Bischoff, Mechthild Sonntag, Frank Engler) durchsetzen.

Im Einzel holte sich Florentin Hofmeister (Isar-Dojo München) mit 13 Treffern den Sieg, dicht gefolgt von Stefan Brendel (Erlangen) mit 12 Treffern.

Jan, Nadine und Hans lagen punktgleich mit 11 Treffern auf dem 3. Platz. Mit einem weiteren Treffer holte sich Nadine Wolfsteiner (Donau-Dojo Ingolstadt) den verbliebenen Platz auf dem Siegertreppchen.

Dank zahlloser Helfer, die in unterschiedlichen Rollen im Wettkampf unterstützten, gelang wieder ein reibungsloser Ablauf der Meisterschaft. Für die angenehme Atmosphäre sorgte auch das reich gefüllte Buffet. Herzlichen Dank an alle Helfer, die Kampfrichter und auch die
Teilnehmer, die gemeinsam dafür sorgten, dass die Meisterschaft wieder eine gelungene Veranstaltung war.

Stefan Brendel

Schulübergreifende Trainerfortbildung in Düsseldorf

Anfang April wurde die Lehrgangsserie mit Connie und Shige fortgesetzt. Der Teilnehmerkreis konzentrierte sich auf Schützen ab 3. Dan und erfahrene Kimono-Träger. In der kleinen Gruppe (16 Personen folgten der Einladung nach Düsseldorf) wurde sehr intensiv gearbeitet. Schwerpunkt des ersten Tages war das Mochi Mato Sharei. In 4er-Gruppen wurde die Form geübt. Die zuschauenden Teilnehmer erhielten jeweils einen Beobachtungsauftrag. Von Gruppe zu Gruppe konnte erkannt werden, wie sich die Schützen auf immer mehr Details konzentrierten und so ihrer persönlichen Präsenz aber auch die Harmonie innerhalb der Gruppe steigerten.

Am zweiten Lehrgangtag stand das Yawatashi mit Ite und zwei Kaizoe auf dem Programm. Von Shige wurde ausführlich erklärt, welche Synchronisationspunkte es zwischen den drei Darstellern gibt. Mit welchselnden Rollen wurde das dann in Guppenarbeit geübt und später in
zwei shajo parallel durchgeführt.

Mit Connie und Shige wurde wieder ein sehr breites Spektrum abgedeckt: Mann und Frau, Shomen und Shamen, Zassha und Rissha, japanisch und deutsch. Entsprechend gab es in der Feedback-Runde positive Rückmeldungen. Besonders die Vorbildfunktion der beiden beim Vorschießen wurde gelobt. Auch das Üben mit fortgeschrittenen Kyudoka in einer kleinen Gruppe wurde als sehr gewinnbringend empfunden. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit.

Auch dem Düsseldorfer Kyudo Verein herzlichen Dank für die Gastfreundschaft.

Stefan Brendel

Prüfungslehrgang Erlangen oder die etwas andere Weihnachtsgeschichte

Es begab sich aber zu der Zeit, dass eine Einladung vom KyuVB ausging, dass alle Kyudoka sich unterrichten und prüfen ließen. Und dieser Lehrgang war der erste in diesem Jahr und geschah zu der Zeit, da Fasching in der Region war. Da machten sich auch auf Schützen aus
Berlin, Freiburg, München, Bad Dürkheim, Ingolstadt, Neuburg, Stuttgart und Würzburg in das Frankenland zur Stadt der Hugenotten, die da heißt Erlangen.

Und es waren Lehrer und Prüfer in derselben Gegend. Und sie kamen eilend in das Dojo und fanden die interessierten Kyudoka vor Makiwara und Mato. Da sie aber gesehen hatten, wie sie schießen breiteten sie das Wort aus. (Jetzt wissen wir, was passiert, wenn sich der Weihnachtsmann am Heiligen Abend in Frankfurt in die S-Bahn drängelt.)

Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Trainer gesagt hatten. Aber sie behielten diese Worte, bewegten sie in Ihrem Herzen und zeigten am zweiten Tage bei der Prüfung, dass sie das Gesagte umsetzen konnten.

Gedankt sei Ingrid, Andreas und Kay für ihr Unterrichten und Michael für den kurzfristigen Einsatz als Prüfer. Ebenso sei den Erlanger Gastgebern für den herzlichen Empfang, die leckere Verpflegung und die reibungslose Organisation gedankt.“

Bericht: Stefan Brendel, Bilder: Sergej Klein, Stefan Brendel

Kadertraining Karlsruhe

Alle zwei Jahre finden Kyudo-Europameisterschaften statt. Nachdem 2017 Deutschland Gastgeber war, lädt nun die Assocazione Italiana Per Il Kyudo zur 15. Veranstaltung dieser Art ein. Austragungsort ist Cornaredo in der Nähe von Mailand. Auch Deutschland schickt Anfang Juni wieder zwei Mannschaften ins Rennen. In Karlsruhe, beim ersten Kader-Training in diesem Jahr, wurden die deutschen Starter bekanntgegeben. Nadine (Turbine Dresden), Tanja (Kyudo Bad Dürkheim), Dominik (TiB), Manfred (Kyudojo Lübeck), Tobias (Kyudojo Frankfurt am Main), Boris (Kyudo-Dojo Berlin), Stephan (Budoclub Karlsruhe) und Thomas (SG Bergmann Borsig) werden versuchen, auch dieses Jahr wieder ein schwarz-rot-goldenes Bändchen an den Wanderpokal zu knoten. Wir wünschen noch eine gute Vorbereitung und viel Erfolg in Italien.

Stefan Brendel