Inzwischen ist es schon zur kleinen Tradition geworden, dass Connie Brandl-Hoff und Shige Kameo gemeinsam eine Bundesveranstaltung leiten. Anfang Juli war es mal wieder soweit. Schwerpunkt des schulübergreifenden Lehrgangs, der vom Donau-Dojo in Ingolstadt ausgerichtet wurde, lag bei Individualkorrekturen für Schießtechnik und Taihai.
Als Eröffnung wurde von den beiden Lehrenden ein Mochi Mato Sharei demonstriert. Beim anschließenden Hitote zeigten die zwanzig Teilnehmenden, die aus Ingolstadt, Erlangen, München, Pöcking, Neuburg, Aachen, Köln und Waldniel kamen, ihren aktuellen Entwicklungsstand. In einer kleinen Theorie-Einheit, die als offene Austauschrunde konzipiert war, wurde erst einmal auf ein paar grundlegende Themen eingegangen. Die Toriyumi-Position wurde erläutert und die Grundprinzipien Seikitai, Dozukuri, Ikiai und Mezukai/Metsuke wurden wiederholt.
Zusammenfassend motivierte Shige, bei Taihai und dem Schießablauf mehr auf die Adjektive „groß“, „stark“ und „tief“ zu achten.
Der restliche Tag wurde dann intensiv geübt. Alles im ANKF-Taihai und es gab bei nahezu jedem Schuss Rückmeldung zur Schießtechnik. Parallel dazu konnte auf vier weiteren Mato an der Umsetzung der Korrekturen gearbeitet werden. Alles in Allem ein sehr intensives und effizientes Training.
Zum Glück stellten die Mitglieder des Donau-Dojo ein umfangreiches, sehr vielseitiges und leckeres Buffet zur Verfügung, so dass man sich in den Pausen gut stärken konnte.
Zum Abschluss des ersten Tages gab es dann noch eine Fragen&Antworten-Runde, bei der es auch nochmal viele neue Erkenntnisse gab.
Beim gemeinsamen Abendessen klang der Tag aus. Mit Pizza, Pasta oder anderen italienischen Köstlichkeiten wurden die Energiespeicher wieder gefüllt und es wurde ein reger Austausch über Kyudo und andere bewegende Themen gepflegt.
Der zweite Tag wurde wieder von beiden Lehrern eröffnet, die noch einmal eindrucksvoll zeigten, welche Präsenz ein Schütze und welche Harmonie eine Gruppe im Taihai ausstrahlen kann.
Obwohl danach der Fokus mehr auf individuelle Korrekturen gelegt wurde, durften alle Teilnehmer noch einmal im Taihai zeigen, was sie vom Vortag mitgenommen hatten. Dies wurde gleichzeitig in zwei Gruppen praktiziert und jeder Schütze wurde dabei von einem der Lehrer betreut und korrigiert. Im Anschluss wurde frei geschossen und die Teilnehmer konnten sich entscheiden, ob sie jeweils am Mato 1 noch weitere Korrekturen haben wollten oder an den übrigen Mato versuchen wollten, die bereits bekommenen Hinweise umzusetzen.
Im Theorieteil des zweiten Tages wurden die übrigen Prinzipien des Schießens (Koshi, Zanshin, Ma, Shizen no Dosa) in der Gruppe besprochen, wobei wieder verschiedene Teilnehmer und die Lehrer ihre persönlichen Aspekte und Interpretation darlegten. Dadurch wurde deutlich, in welcher Vielfalt und Breite diese von Bedeutung sein können und sollten.
Aber nicht nur die Lehrer hatten etwas Theorie mitgebracht. Es gab auch die Möglichkeit in der großen Runde mitgebrachte Fragen zu stellen.
Ein kleines Highlight war, dass Kameo Sensei selbst immer mal wieder unkommentiert ein paar Pfeile vor dem Makiwara schoss. Es geht nichts über ein gutes Bewegungsvorbild. Hier demonstrierte er die zuvor mündliche gemachten theoretischen Erläuterung für alle gut sichtbar in der Praxis.
Herzlichen Dank an Connie und Shige für den unermüdlichen Einsatz, die vielen individuellen Hilfestellungen und die Bereitschaft, Wissen und Erfahrung zu teilen. Schade, dass nicht mehr Personen teilgenommen haben, um von den Inhalten des Lehrgangs zu profitieren.
Ein großes Dankeschön geht an die Mitglieder des Donau-Dojos, die nicht nur mit einer köstliche Verpflegung für angenehme Rahmenbedingungen sorgten.
Text: Mario Richter, Stefan Brendel
Bilder: Stefan Brendel


















