Am letzten Juniwochenende stand wieder ein Höhepunkt des Kyudo-Jahres im Kalender. In Karlsruhe wurden die deutschen Kinteki-Meisterschaften ausgetragen.
An diesem Wochenende ereignete sich aber auch ein anderer Rekord. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (1881) wurde in Deutschland an zwei aufeinanderfolgenden Tagen neue Temperaturhöchstwerte (41,5°C ) gemessen. Aufgrund der Wettervorhersage sagten einige angemeldete Personen ihre Teilnahme an dem Wettkampf ab. Durch einige Ventilatoren, viele gekühlte Getränke und reichlich Obst auf dem Buffet versuchten die Gastgeber die Rahmenbedingungen so erträglich wie möglich zu gestalten.
Die Begrüßung wurde durch Beiträge von DKyuB-Vorstandsmitglied Nadine Emmer, ehemaligem Trainer der Kyudo-Abteilung Michael Brettschneider sowie Vizepräsident des Budoclub Karlsruhe Matthias Marke bereichert. Nach dem Yawatashi, das von Feliks Hoff zusammen mit Shigeyasu Kameo und Stefan Brendel durchgeführt wurde, startete die Sempai-Meisterschaft. Startberechtig sind hier alle Personen, die mindestens den 5. Dan haben. Sieben Kyudoka gingen an den Start. In der Vorrunde wurden 2×2 Pfeile geschossen. Mit einer Trefferquote von mindestens 50% qualifizierte man sich für die Finalrunde. Das gelang 4 Schützen. Es wurden dann nochmals 2×4 Pfeile geschossen. Mit 2 Treffern in der Vorrunde und weiteren 7 Treffern im Finale holte sich Markus Hanssler aus Niedersachsen souverän den Titel. Herzlichen Glückwunsch. Auf Platz zwei landete Shigeyasu Kameo aus Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 6 Treffern, dicht gefolgt von Feliks Hoff aus Hamburg, der insgesamt 5 mal traf. Für Feliks war es dieses Jahr nach eigener Aussage die letzte Teilnahme an deutschen Meisterschaften. Einziger bayerischer Starter war Stefan Brendel, der sich jedoch nicht fürs Finale qualifizierte.
Nach einer kurzen Pause, die vor allem die Kampfrichter und Helfer nutzen, um ihren Flüssigkeitshaushalt wieder in Ordnung zu bringen und eine Kleinigkeit zu essen, ging es mit der Einzelmeisterschaft weiter. Die 30 Teilnehmenden schossen zunächst 2 Pfeile im Shinsa Maai. Fünf Wertungsrichter beobachteten das genau und bewerteten die Performance. Die höchste Punktzahl erreichte Andrea Knafla aus Berlin. Sie erhielt den Stilpreis.
Die 15 Schützen mit den höchsten Bewertungen schossen im Finale dann nochmal 8 Pfeile. Mit insgesamt 7 Treffern (Vorrunde + Finale) holte Bernhard Weller aus Baden-Württemberg den Titel. Die Plätze 2 und 3 wurden im Enkin zwischen Anna Rykov und Jan Ruzicka (beide aus Hessen) ermittelt. Beide trafen das Mato, der Pfeil von Jan landete jedoch eine Idee mittiger, wodurch er sich die Silbermedaille sicherte. Von den fünf bayerischen Startern qualifizierte sich nur Nadine Wolfsteiner fürs Finale. Ihre Treffer reichten dann aber leider nicht für eine Platzierung. Das Thermometer in der Halle zeigte zeitweise Temperaturen über 40°C an. Eine wahre Hitzeschlacht.
Am zweiten Wettkampftag fand dann die Mannschaftsmeisterschaft statt. Sieben Teams gingen an den Start. Pro Schütze wurden 12 Pfeile, pro Team also 36 Pfeile geschossen. Die bayerische Mannschaft, bestehend aus Nadine Wolfsteiner, Jesko Buchs, Martin Lenz und Max Griesmann, startete mit großartigen 9 Treffern und setzte sich zusammen mit dem Team aus NRW an die Spitze. Die folgenden beiden Runden waren nicht mehr ganz so trefferstark, aber auch bei den meisten anderen Mannschaften ließ die Leistung nach. Somit konnte Bayern schließlich mit 22 Treffern den Titel holen. Super Leistung! Zuletzt erreichte Bayern 2018 eine Platzierung bei deutschen Kinteki-Meisterschaften (Platz 2). Der letzte Titel liegt sogar schon 15 Jahre zurück.
Drei Mannschaften lagen punktgleich mit 21 Treffern auf dem 2. Rang. Die erste Runde des Stechens konnte NRW für sich entscheiden. In einem weiteren Stechen um Platz 3 konnte sich Hamburg gegen Niedersachsen durchsetzen.
Vielen Dank an die Wettkampfleitung Dagmar Baer und alle Kampf- und Wertungsrichter, die bei den schweißtreibenden Bedingungen einen kühlen Kopf bewahrten. Ein ganz dickes Dankeschön geht an das Orga-Team rund um Caro Schaupp. Die zahlreichen Helfer während des Wettkampfes (Schreiber, Kanteki, Yatori, …) haben hervorragende Arbeit geleistet. Und viele weitere Helfer haben für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Vom Empfang über Passeinträge durchführen, Helfer und Kampfrichter mit Wasser versorgen, Auf- und Abbau wurde hier viel Zeit und Engagement investiert. Otsukaresama desu! Besonders hervorheben möchte ich noch das üppige und abwechslungsreiche Buffet. Neben Gyoza bis Kuchen, unterschiedlichen Salaten und Curry, Obst und Gemüse blieben keine Wünsche offen.
Text: Stefan Brendel
Bilder: Martin Lenz, Stefan Brendel















