Anfang September standen die deutschen Enteki-Meisterschaften im Terminkalender des DKyuB. Nach zwei Jahren in Hordorf bei Braunschweig wanderte die Veranstaltung dieses Jahr in die niedersächsische Hauptstadt Hannover. Der noch sehr junge Verein „Kyudo in Hannover e.V. – Kuma Dojo“ richtete den Wettkampf auf dem Trainingscampus der Hannover-Grizzlies aus. Dort befindet sich auch das in diesem Jahr eingeweihte Dojo.
Während das Enteki-Zelt am Freitag im Dauerregen aufgebaut wurde, schien sich das Wetter am Samstag zunächst etwas zu bessern. Beim freien Training war es teils bewölkt und leicht windig. Nach einer kurzen Begrüßung wurde das Wettkampfwochenende mit einem Yawatashi der Kampfrichter Ingrid Haußner und Jürgen Salomon eröffnet.
Leider verschlechterte sich das Wetter zusehends. Der Wind wurde immer stärker, teilweise mit heftigen Böen. In der ersten Runde war es so stürmisch, dass alle Pfeile der bayerischen Mannschaft vom Wind irgendwohin geweht wurden, nur nicht auf das 60m entfernte Ziel. Somit startete Bayern mit einer Nullrunde. Anders als bei der Bundesliga gibt es bei deutschen Meisterschaften leider keine Streichrunde.
Noch vor Beginn des zweiten Durchgangs verschlechterte sich das Wetter weiter. Obwohl das Zelt mit zahlreichen Erdhaken und Abspannseilen verankert war, hob es kurzfristig ab. Der durch den Regen aufgeweichte Boden konnte die Befestigungen nicht halten. Ösen der Planen wurden ausgerissen, Kabelbinder zerfetzt, Verbindungsteile zerbrachen und Stangen wurden verbogen. Kurzerhand wurde entschieden, das Zelt komplett abzubauen. Nach einer kurzen Pause wurde der Wettkampf dann fortgesetzt. Unter den weiterhin widrigen Bedingungen wurde das Schießen zeitweise ein Glücksspiel. Der Wind ließ etwas nach, dafür zog ein Regenschauer über das Gelände. Letztendlich wurden aber alle fünf Runden durchgeführt, so dass am Ende jede Mannschaft 60 Pfeile geschossen hatte.
Trotz des Fehlstarts rollte die bayerische Mannschaft mit Horst Riechers, Stefan Brendel und Heike Birner das Feld von hinten auf und konnte sich noch den Titel sichern. Platz zwei ging an das Mixed Team „Rosen Tachi“ (Markus Hansseler (Niedersachsen), Philipp Thiele (Niedersachsen) und Susanne Richter (Bayern). Bronze sicherte sich Berlin mit Thomas Stier, Erina Akoshima und Mohsen Pourjazdan im Stechen gegen Niedersachsen.
Aufgrund der Witterungsbedingungen wurde auf die Siegerzeremonie verzichtet und die Siegerehrung nach drinnen verlegt. Dort genossen wir auch das gemeinsame Abendessen. Zum krönenden Abschluss des Tages organisierten die Hannoveraner noch ein fantastisches Feuerwerk in den Herrenhäuser Gärten.
Am Sonntag zeigte sich das Wetter von einer ganz anderen Seite. Blauer Himmel, Sonnenschein, angenehme Temperaturen und vor allem Windstille. Damit herrschten optimale Bedingungen für einen fairen Wettkampf.
Auch die Einzelmeisterschaft ging über fünf Runden mit je vier Pfeilen. Zunächst sah es nach einem Start-Ziel-Sieg für Horst Riechers aus Ingolstadt aus, nachdem er in den ersten drei Runden zwei Kaichu schaffte. Leider ließ seine Leistung am Ende etwas nach. Dafür drehte Stefan Brendel, der zunächst eher mäßig gestartet war, in den letzten drei Runden noch einmal richtig auf und sicherte sich den Titel. Silber hatte Horst aber sicher. Um den 3. Platz gab es noch ein Stechen zwischen Stephan Christiann , Jan Kaul und Jessica Herold, alle aus Niedersachen. Jan konnte sich mit einem weiteren Treffer die Bronzemedaille holen.
Die drei Erstplatzierten im Einzel zeigten dann noch eine Siegerzeremonie, bevor bei der Siegerehrung Pokale und Urkunden überreicht wurden. Auch die Kampfrichter gingen nicht leer aus. Mit einem kleinen Geschenk bedankte sich der ausrichtende Verein im Namen aller Teilnehmer bei der Wettkampfleitung. An dieser Stelle sei auch allen Helfern herzlich gedankt, ohne die der Platz nicht vorbereitet gewesen wäre und wir alle hungrig und durstig geblieben wären.
Stefan Brendel
















