Monatsarchiv: September 2026

Video Shinsa in Pöcking

Wie im vergangenen Jahr nahmen erneut zwei Schützen aus Pöcking an der Video Shinsa teil. Verstärkt wurden sie dabei von einem weiteren Schützen aus dem Isar-Dojo in München. Bei bestem spätsommerlichem Wetter fand die Prüfung im heimischen Dojo statt.

Da die Prüflinge gleichzeitig für die Bedienung der Videokamera verantwortlich waren, wurde zunächst eine Proberunde durchgeführt. Dabei konnte für jeden Schützen die passende Kameraeinstellung gefunden und das gesamte Prozedere einmal ausprobiert werden. Denn direkt nach der eigenen Prüfung war jeweils die Bedienung der Kamera für den nächsten Prüfling an der Reihe.

Dank des erfolgreichen Testlaufs erwies sich dies jedoch als unkompliziert. So konnte die eigentliche Prüfung anschließend reibungslos und erfolgreich durchgeführt werden.

Nun heißt es, sich in Geduld zu üben, bis die Ergebnisse aus Japan eintreffen.

Max Griesmann

Prüflinge

Video-Shinsa und Makiwara-Prüfung in Erlangen

Aus Erlangen haben sich dieses Jahr vier Kandidatinnen und Kandidaten für die Video-Shinsa zum 1. und 2. Dan angemeldet. Im Rahmen zweier Sonntagstrainings wurden die Videos aufgezeichnet. Der zweite Termin wurde dann auch noch genutzt, um Kyu-Prüfungen vor dem Makiwara abzunehmen. Neben zwei Startern aus dem eigenen Verein beehrten uns fünf Gäste aus Schweitenkirchen und München-Ost. Die Kyu-Prüflinge haben alle bestanden. Herzlichen Glückwunsch. Auf die Ergebnisse der Video-Shinsa werden wir noch etwas warten müssen. Das Filmmaterial wird erst einmal deutschlandweit gesammelt und dann nach Japan übermittelt. Dort werden die Aufnahmen gesichtet. Frühestens Ende des Jahres werden wir dann erfahren, ob es neue Dan-Graduierungen gibt.

Stefan Brendel

Deutsche Enteki-Meisterschaften in Hannover

Anfang September standen die deutschen Enteki-Meisterschaften im Terminkalender des DKyuB. Nach zwei Jahren in Hordorf bei Braunschweig wanderte die Veranstaltung dieses Jahr in die niedersächsische Hauptstadt Hannover. Der noch sehr junge Verein „Kyudo in Hannover e.V. – Kuma Dojo“ richtete den Wettkampf auf dem Trainingscampus der Hannover-Grizzlies aus. Dort befindet sich auch das in diesem Jahr eingeweihte Dojo.

Während das Enteki-Zelt am Freitag im Dauerregen aufgebaut wurde, schien sich das Wetter am Samstag zunächst etwas zu bessern. Beim freien Training war es teils bewölkt und leicht windig. Nach einer kurzen Begrüßung wurde das Wettkampfwochenende mit einem Yawatashi der Kampfrichter Ingrid Haußner und Jürgen Salomon eröffnet.

Leider verschlechterte sich das Wetter zusehends. Der Wind wurde immer stärker, teilweise mit heftigen Böen. In der ersten Runde war es so stürmisch, dass alle Pfeile der bayerischen Mannschaft vom Wind irgendwohin geweht wurden, nur nicht auf das 60m entfernte Ziel. Somit startete Bayern mit einer Nullrunde. Anders als bei der Bundesliga gibt es bei deutschen Meisterschaften leider keine Streichrunde.

Noch vor Beginn des zweiten Durchgangs verschlechterte sich das Wetter weiter. Obwohl das Zelt mit zahlreichen Erdhaken und Abspannseilen verankert war, hob es kurzfristig ab. Der durch den Regen aufgeweichte Boden konnte die Befestigungen nicht halten. Ösen der Planen wurden ausgerissen, Kabelbinder zerfetzt, Verbindungsteile zerbrachen und Stangen wurden verbogen. Kurzerhand wurde entschieden, das Zelt komplett abzubauen. Nach einer kurzen Pause wurde der Wettkampf dann fortgesetzt. Unter den weiterhin widrigen Bedingungen wurde das Schießen zeitweise ein Glücksspiel. Der Wind ließ etwas nach, dafür zog ein Regenschauer über das Gelände. Letztendlich wurden aber alle fünf Runden durchgeführt, so dass am Ende jede Mannschaft 60 Pfeile geschossen hatte.

Trotz des Fehlstarts rollte die bayerische Mannschaft mit Horst Riechers, Stefan Brendel und Heike Birner das Feld von hinten auf und konnte sich noch den Titel sichern. Platz zwei ging an das Mixed Team „Rosen Tachi“ (Markus Hansseler (Niedersachsen), Philipp Thiele (Niedersachsen) und Susanne Richter (Bayern). Bronze sicherte sich Berlin mit Thomas Stier, Erina Akoshima und Mohsen Pourjazdan im Stechen gegen Niedersachsen.

Aufgrund der Witterungsbedingungen wurde auf die Siegerzeremonie verzichtet und die Siegerehrung nach drinnen verlegt. Dort genossen wir auch das gemeinsame Abendessen. Zum krönenden Abschluss des Tages organisierten die Hannoveraner noch ein fantastisches Feuerwerk in den Herrenhäuser Gärten.

Am Sonntag zeigte sich das Wetter von einer ganz anderen Seite. Blauer Himmel, Sonnenschein, angenehme Temperaturen und vor allem Windstille. Damit herrschten optimale Bedingungen für einen fairen Wettkampf.

Auch die Einzelmeisterschaft ging über fünf Runden mit je vier Pfeilen. Zunächst sah es nach einem Start-Ziel-Sieg für Horst Riechers aus Ingolstadt aus, nachdem er in den ersten drei Runden zwei Kaichu schaffte. Leider ließ seine Leistung am Ende etwas nach. Dafür drehte Stefan Brendel, der zunächst eher mäßig gestartet war, in den letzten drei Runden noch einmal richtig auf und sicherte sich den Titel. Silber hatte Horst aber sicher. Um den 3. Platz gab es noch ein Stechen zwischen Stephan Christiann , Jan Kaul und Jessica Herold, alle aus Niedersachen. Jan konnte sich mit einem weiteren Treffer die Bronzemedaille holen.

Die drei Erstplatzierten im Einzel zeigten dann noch eine Siegerzeremonie, bevor bei der Siegerehrung Pokale und Urkunden überreicht wurden. Auch die Kampfrichter gingen nicht leer aus. Mit einem kleinen Geschenk bedankte sich der ausrichtende Verein im Namen aller Teilnehmer bei der Wettkampfleitung. An dieser Stelle sei auch allen Helfern herzlich gedankt, ohne die der Platz nicht vorbereitet gewesen wäre und wir alle hungrig und durstig geblieben wären.

Stefan Brendel

Schulübergreifendes Sommerseminar in Neuburg

Ende August fand in Neuburg an der Donau das schulübergreifende Sommerseminar statt. Als Lehrer der Heki Ryu Insai Ha war wie im vergangenen Jahr Sven Zimmermann (Renshi 6. Dan) im Einsatz. Den Shomen-Teil übernahm erstmalig Gérald Zimmermann (Kyoshi 6. Dan) aus der 
Schweiz. Die beiden haben nicht nur den gleich Nachnamen. Beide haben eine sehr erfrischende Art, die Freude am Kyudo zu vermitteln. Eine breite Mischung aus fundiertem Wissen, tiefen Erfahrungen, der notwendigen Ernsthaftigkeit aber auch einer ordentlichen Portion Humor 
mit Lachen und Augenzwinkern zeichnet die Lehrer aus. „Nicht so oberlehrerhaft wie bei anderen Lehrgängen.“ merkte ein Teilnehmer in der Mittagspause an.

Jeder der drei Lehrgangstage wurde mit einer Zeremonie eröffnet. Den Beginn machte Gérald mit einem Yawatashi der ANFK. Unterstützt wurde er hierbei von Stefan und Ingrid als 1. und 2. Kaizoe. Am zweiten Tag zeigte Sven eine Zeremonie der Heki Ryu Insai Ha. Der letzte Tag begann 
mit einer Demonstration eines Mochimato Sharei, gezeigt von den Kyudo-ältesten Teilnehmern. Diese Form wurde am Vortag von allen intensiv geübt. Während die etwas Jüngeren von Sven erst einmal eine ausführlichen Einweisung in diese Zeremonie erhielten, übten die Höhergraduierten den Ablauf mehrfach. Immer wieder gab es hilfreiche Hinweise: Nutzung des Raums, Kuraidori, Umgang mit dem Kimono, Harmonie in der Gruppe, Atmung, Präsenz, Körperhaltung, Blickführung, 
Koordination Rissha und Zasha, Synchronisierung Hadanugi und Tasuki Sabaki, … Da war für jeden was dabei. Für den einen waren es Neuigkeiten, für den anderen Erinnerungen an bereits Gelerntes.

Am Samstag hielt Gérald einen spannenden Vortrag zum Thema Tsumeai. Die Präsentation enthielt auch einige Bilder von erfahrenen Schützen. Hierbei wurden jeweils 2 Bilder übereinandergelegt. Eine Aufnahme zeigte die Person im Nobiai kurz vor dem Hanare, die andere Aufnahme wurde im 
Zanshin des selben Schusses gemacht. Interessant war hier die Dynamik des linken Arms im Abschuss zu sehen.

In weiteren kleinen Theorie-Einheiten wurde auf Fragen der Teilnehmenden eingegangen. Auch hier wurde ein bunter Blumenstrauß an Kyudo-Themen angesprochen: Knochenlinie, Yugaeri, Atmung, Hara, Nobiai, …

Und auch die Schießpraxis kam an dem langen Kyudo-Wochenende nicht zu kurz. Aufgeteilt in zwei Shajo wurde viel geschossen, wobei es jeweils am ersten Mato von den Lehrern individuelles Feedback zur Schießtechnik gab, teilweise sogar mit Video-Unterstützung. Da bekam der ein oder 
andere auch noch einige Hausaufgaben mit auf den Weg.

Leider ging der Lehrgang viel zu schnell zu Ende. In der angenehmen Atmosphäre hätten wir gerne noch weiter trainiert. Wir hoffen, dass es im kommenden Jahr eine Fortsetzung gibt.

Nochmals herzlichen Dank an Gérald und Sven für Euer Engagement. Und natürlich auch an das Team aus Neuburg, die mit Dojo und Verpflegung für angenehme Rahmenbedingungen sorgten.

Stefan Brendel