Shomen Bundeslehrgang in Frankfurt

Der diesjährige Shomen-Bundeslehrgang stand unter dem Motto 飛 中貫. 飛 (hi) steht für einen schnellen, geraden und sauberen Pfeilflug = Flugkraft. 中 (chu) bedeutet Treffen bzw. Genauigkeit/Präzision. Und 貫 (kan) wird mit Durchdringen bzw. Durchschlagskraft übersetzt.

An dem intensiven Lehrgangswochenende in Frankfurt versuchten die beiden Lehrer Shige Kameo und Marco Zingsheim den Teilnehmern zu vermitteln, wie alle Energie auf den Pfeil übertragen und wie im Taihai und beim Schießen maximale Performance abgeliefert werden kann.

Zunächst zeigten die beiden Lehrenden zusammen mit der höchstgraduierten Teilnehmerin Beate ihr Können, indem sie den Lehrgang mit einem mochi mato sharei eröffneten. Anschließend durften die Teilnehmenden zeigen, wie weit sie in ihrer Kyudo-Entwicklung sind. Nach einer ersten ernüchternden Rückmeldung von Shige und Marco ging es dann, aufgeteilt in zwei Gruppen, weiter. Sehr viele individuelle Korrekturen zu Schießtechnik und Taihai standen auf dem Programm. Und sehr viel Praxis, in der die Hinweise umgesetzt werden konnten. Abgerundet wurde der erste Tag mit einem spannenden Vortrag zum Thema nobiai. Kräfte, Schwerpunkt, Balance, Zusammenarbeit aller Körperteile, Stabilität, Flexibilität, Energiesteigerung bis ins zanshin waren einige der zentralen Begriffe der Theorieeinheit. Der erste Lehrgangstag klang mit einem gemeinsamen Abendessen beim Italiener aus. Auch da war Kyudo das Hauptgesprächsthema.

Der Sonntag begann mit einem hitotsu mato sharei. Auch der zweite Tag war wieder eine bunte Mischung aus Theorie und Praxis. Fragen, die die Teilnehmenden schon vorher einreichten, wurden ausführlich beantwortet und Neuigkeiten, die beim diesjährigen shogo-Seminar vermittelt wurden, wurden an die Teilnehmenden weitergegeben. Im praktischen Teil ging es ähnlich weiter, wie am Vortag. Korrekturen wurden verfeinert oder erweitert, und es gab reichlich Möglichkeit, an seiner Entwicklung weiterzuarbeiten. Beim abschließenden hitote gyosha war bei allen Teilnehmenden eine deutliche Verbesserung zu erkennen.

Shige und Marco schafften es hervorragend, jede/n dort abzuholen, wo er/sie gerade war. Bei Teilnehmenden vom 4. Kyu bis 6. Dan Renshi war das durchaus eine Herausforderung. Dass ihnen das gelang, zeigte sich bei den durchwegs positiven Rückmeldungen bei der Feedback-Runde.

Vielen Dank an die beiden Lehrer für den unermüdlichen Einsatz. Und natürlich auch an die Mitglieder des Kyudojo Frankfurt für ihre Gastfreundschaft.

Stefan Brendel